Kulturhof-Theater wieder anders: Einlassen auf „Perplex“ zahlt sich aus
PERG. Das Kulturhof-Ensemble hat wieder einmal ein Stück im Sommertheater-Programm, das überrascht. Und es ist nichts, was schon mal da war. „Perplex“ bietet eine Reihe von absurden Begebenheiten. Auch ein bisschen Verwirrung, aber normal ist ja auch wirklich schon lange her.

Regisseur Josef Maria Krasanovsky entführt mit Marius von Mayenburgs Stück in verschiedene Lebensrealitäten zweier Paare, wobei man nie so genau weiß, wer von den Protagonisten gerade welche Rolle übernommen hat. Alles beginnt nach der Rückkehr aus einem Urlaub des einen Paares. Da ist auf einmal unklar, wer die Wohnung wirklich bewohnt: die Besitzer oder jetzt deren Freunde, die aufgepasst haben auf die Wohnung? Und so taucht man immer wieder in neue skurrile Begegnungen ein, die Martin (Dreiling), Julia (Ribbeck), Nadine (Breitfuß) und Björn (Büchner) erleben und scheinbar durchmachen müssen.
Schräg, aber es kommt an (zumindest bei den meisten)
Einen klaren, durchgängigen Handlungsverlauf darf man nicht erwarten, trotzdem gibt es einen roten Faden in dieser Inszenierung, man muss sich auf die wechselnden Perspektiven einfach einlassen. „Perplex“ bietet immer wieder völlig schräge Szenen, die auch wirklich zum Lachen bringen. Dem Premierenpublikum hat es auf jeden Fall gefallen und ... es wurde laut gelacht. Wer bei der Verkleidungsparty der aufregendste Hingucker ist und zu welchen Eklats es an diesem Abend noch kommt, sollte man schon herausfinden. Und dann ist da ja noch die Frage, was es mit dem dubiosen Paket auf sich hat und warum Björn plötzlich unbedingt nach Lappland ziehen will?
Das Bühnenbild und die Ausstattung von Jan Hax Halama überzeugen mit klaren Linien und einem cleanen Farbkonzept. Man fühlt sich fast wie in einem dieser Filme, die man am Schluss noch immer nicht ganz verstanden hat, trotzdem hat es einem gefallen. Damit hat Regisseur Josef Maria Krasanovsky bei seinem Debut in Perg sicher erreicht, was er wollte: das Publikum in die Perplexität entführen. Und dann bleibt ja auch immer noch das Gespräch danach im wunderbaren Ambiente des Kulturhof Perg am Areal des Schloss Auhof, wo man dann mit anderen Theaterbegeisterten über die Vorstellung angeregt diskutieren kann. Das Ensemble ist auf jeden Fall großartig, allen voran Björn Büchner, der die meisten Brüller auslöste. Man merkt, dass man hier gerne zusammen Theater macht und das spüren auch die Besucher. Fazit: Hingehen und anschauen, es zahlt sich auf jeden Fall aus und dann kann man auch mitreden!
Gespielt wird noch bis 28. Juli, alle Termine und Tickets auf: www.kulturhof-perg.at


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