Kampagne gegen Gewalt an Frauen: Jede fünfte ist betroffen
PERG. Seit vergangenen Mittwoch, 25. November, thematisiert die Frauenberatung in Kooperation mit der Volkshilfe Perg 16 Tage lang das Recht auf ein gewaltfreies Leben.

Weltweit ist die Gewalt an Frauen die häufigste Menschenrechtsverletzung. Für 20 Prozent der in einer Beziehung lebenden österreichischen Frauen sind laut Statistik physische und psychische Übergriffe alltäglich und bleiben dennoch ein Tabuthema. Die Fahnenhissung am Perger Hauptplatz gab den Auftakt für eine Kampagne, die bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, die Diskriminierung von Frauen in unterschiedlichsten Ausprägungen thematisiert.
Veranstaltungsreihe thematisiert Recht auf ein gewaltfreies Leben
Mit einer Veranstaltungsreihe laden die Frauenberatung Perg gemeinsam mit der Volkshilfe Perg und der Volkshilfe Flüchtlings- und Migrantinnenbetreuung Perg zu kostenlosen Veranstaltungen ein. „Unser Ziel ist es, das Thema sichtbar zu machen, zu sensibilisieren und zu informieren. Vielfach wird den Frauen suggeriert, sie wären selbst Schuld, wenn sie in gewalttätigen Beziehungen bleiben. Die Verantwortung gehört jedoch allein dem Täter“, sagt Gabi Schauer, Leiterin der Frauenberatung.
Es gelte bei häuslicher Gewalt eine Spirale zu durchbrechen, so Schauer: „Gewalt in Partnerschaften ist ein komplexes System, indem Macht und Kontrolle eine große Rolle spielen. Es werden immer wieder die gleiche Phasen durchlaufen: nach einem tätlichen Übergriff verkürzen sich die Abstände zum nächsten und werden auch in seiner Intensität heftiger.“ Schleichend würden sich die Opfer mitverantwortlich fühlen und den oft rettenden Schritt zu einer Hilfseinrichtung nicht wagen. Oft bleibe Gewaltopfern in letzter Konsequenz nur noch der Schritt, die Polizei einzuschalten und eine Wegweisung herbeizuführen. „Zwei Drittel der Klienten in der Sozialberatungsstelle sind Frauen, die nach Auswegen suchen. Genauso ist Gewalt in unserer Arbeit mit älteren und kranken Menschen ein Thema, worüber nicht geschwiegen werden sollte. Wir wollen uns präventiv dafür einzusetzen, dass Gewalt in jeder Form Lösungsansätze braucht,“ sagt Christine Kastner von der Volkshilfe Perg.
NÄCHSTE TERMINE
Filmvorführung: „Martas Koffer“
Donnerstag, 3. Dezember 2015, 18.00 Uhr Frauenberatung Perg, Dr. Schoberstr. 23, Perg
„Auf der Flucht“ – Geschichten von Asylwerbern aus dem Bezirk
Donnerstag, 10. Dezember 2015, 17 bis 20 Uhr, Dr. Schoberstra. 6, Perg
Ausstellung „Starke Männer schlagen keine Frauen“
SPÖ Frauen: Fotoserie vom Frauenhaus Linz mit bekannten Österreichern
während der Öffnungszeiten Raiba Ried/Riedmark


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