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Leserartikel Carina Panholzer, 21.02.2017 11:14

BEZIRK PERG. Interessierte und hellwache Kinder, die neugierige Fragen stellen und begeistert mitmachen: Das passiert, wenn für einen Tag das Klassenzimmer auf den Bauernhof verlegt wird. Das Projekt „Schule am Bauernhof“ möchte mit seinen ganzheitlichen Angeboten Kinder für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensraum Natur, den Tierschutz und die Bedeutung von Herkunft und Qualität der Lebensmittel sensibilisieren. Auch im Bezirk Perg kommen Schüler auf insgesamt vier Höfen in den Genuss, einen Tag in der Landwirtschaft zu erleben.

Die Schüler erhalten einen Einblick in das Leben auf einem Bauernhof (Foto: Ablinger)
Die Schüler erhalten einen Einblick in das Leben auf einem Bauernhof (Foto: Ablinger)

Der Erfolg spricht für sich: Die Zahl der Schule am Bauernhof-Anbieter steigt kontinuierlich und 2016 besuchten bereits rund 20.000 Schüler deren Angebote. „Schule am Bauernhof“ ist ein seit 1998 bestehendes bundesweites Projekt. Alleine in Oberösterreich gab es 2016 rund 1200 „Schule am Bauernhof“-Veranstaltungen. Den Löwenanteil mit rund 1000 Veranstaltungen machen dabei Halbtages-Besuche aus – im vergangenen Jahr gab es aber auch 99 Bauernhof-Wochen für Schulklassen.

Lernen, erfahren, begreifen

Qualifizierte Bauern vermitteln bauernhofpädagogische Inhalte mit Programmen wie „Vom Korn zum Brot“ oder „Der Weg der Milch“. Die Kinder und ihre Lehrer gewinnen Einblicke in regionsspezifische Betriebszweige wie Milchwirtschaft, Ackerbau, Schweineproduktion, Gemüsebau, Forstwirtschaft, Biolandbau bis hin zu Almwirtschaft und Imkerei. Die Programme sind altersgemäß passend aufbereitet, Hauptzielgruppen sind Kindergärten und Volksschulen. Aber auch immer mehr Neue Mittelschulen, Allgemeine und Berufsbildende Höhere Schulen nutzen diese Fortbildungsmöglichkeit, und bei den jugendlichen Besuchern werden die Kompetenzen als zukünftige bewusste Konsumenten gestärkt.

„Da immer mehr Kinder keinen praktischen Bezug mehr zur ländlichen Kultur haben und Landwirtschaft nur mehr aus den Medien kennen, ist es umso wichtiger, dass sie bei den Besuchen auf den Bauernhöfen ein realistisches Bild mit nach Hause mitnehmen. Ganz nebenbei werden diese Kinder, aber auch die begleitenden Pädagogen, zu Botschaftern eines positiven Images der heimischen Landwirtschaft“, betont Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. „Schule am Bauernhof“ ermöglicht lebendiges Lernen mit allen Sinnen. Die Landwirtschaft kann von den Kindern erlebt und begriffen werden, spielerisch und anschaulich wird Wissen vermittelt. Bei gemeinsamen Tätigkeiten wie der Zubereitung der Jause mit Produkten vom Hof oder dem Füttern von Tieren wird zielgerichtetes Handeln geübt. Schule am Bauernhof-Betriebe gibt es in allen Bezirken, wobei der Bedarf rund um die Städte am größten ist.

Vom Kalb Fritzi zur Milchkuh Mitzi

Im Bezirk können die Schüler unter anderem einen halben Tag am Bauernhof der Familie Elisabeth und Franz Mayrhofer (vulgo Stöckl) in Ried in der Riedmark verbringen. Schwerpunkt des Hofes ist die Milchproduktion mit insgesamt 28 Milchkühen. Ein weiterer Betriebszweig ist die Bodenhaltung von rund 150 Legehennen.

Die Kinder bekommen von Elisabeth und Franz Mayrhofer einen Rundgang durch den Milchviehbetrieb und lernen mehr über den täglichen Arbeitsablauf, die Futterarten und den Melkvorgang, sowie Allgemeines zur Milchviehhaltung. „Wir wollen den Schülern viele Hintergrundinfos über die Tiere und deren Pflege geben – deswegen auch unser Motto 'Vom Kalb Fritzi zur Milchkuh Mitzi'“, erklärt der Bauer. „Kinder heutzutage wachsen sehr häufig ohne landwirtschaftlichen Bezug auf. Wir wollen ihnen zeigen, wie das Leben auf einem Bauernhof wirklich ist. Und es freut uns, dass sich die Schüler dafür interessieren und aktiv mitarbeiten“, freut er sich weiters.

Der Bauernhof in Ried ist ganzjährig geöffnet und für alle Altergruppen geeignet: Kindergärten, Volksschulen, Neue Mittelschulen, Allgemeine Höhere Schulen und auch Sonderschulen sind herzlich willkommen, denn der Hof ist barrierefrei und so auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Rund fünf bis acht Schulen besuchen den Hof jährlich. Die Voranmeldung erfolgt durch die Schule und wird häufig mit einem Ausflug oder Wandertag verknüpft. Um „Schule am Bauernhof“ anbieten zu können, wurde der Hof der Familie Mayrhofer als „Sicherer Bauernhof“ zertifiziert. Weiters sind ein Erste Hilfe-Kurs sowie jährliche Schulungen für die Bauern Pflicht.

Weitere Höfe im Bezirk:

Cäzilia und Karl Huber

Ried in der Riedmark

Elfriede und Gottfried Lesterl

Katsdorf

Barbara und Helmut Riegler

Bad Kreuzen

Nähere Infos unter:

www.schuleambauernhof.at


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