Mitte Oktober rollen die Bagger im Greiner Stadttheater an
GREIN. Nach jahrelanger Vorbereitung, Planung und politischen Differenzen ist es nun so weit: Am 12. Oktober startet die Sanierung des Greiner Stadttheaters.

Vorweg wichtig zu erwähnen ist, dass der gesamte Renovierungsprozess in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt geschieht. Mit den Sanierungsarbeiten wird ein barrierefreier Zugang zum Theater sowie adäquate Räume für Veranstaltungen geschaffen. Im künftig ausgebauten Dachgeschoss wird ein Künstlerbereich mit Toilette und Waschraum entstehen. Auch wird es dort einen Raum zur Lagerung der historischen Schätze geben. Ebenfalls einen Platz im Dachgeschoss findet die Lüftungsanlage. Gerade die ist ein zentrales Thema bei der Sanierung. Die Luftfeuchtigkeit schwankt sehr stark, was dem Holz schadet und außerdem will man zu jeder Jahreszeit angenehmen Temperaturen im Theater vorfinden. Natürlich wird auch die Technik des Theaters auf den modernsten Stand gebracht.
Holzstiege verschwindet nicht komplett
Zehn Restauratoren-Teams kümmern sich nach den Bauarbeiten um die bis zu 200 Jahre alten Sperrsitze, den Putz und den Theatervorhang im Theatersaal. Aus Sicht des Bundesdenkmalamts ist die Holzstiege, die vom Theatersaal ins Freie führt, nicht erhaltenswert, da sie erst im 20. Jahrhundert errichtet wurde. Da die Stiege aber doch längere Zeit das Erscheinungsbild geprägt hat, wird sie nicht zur Gänze verschwinden. „Zuerst wird die Stiege abgetragen, die Materialien zwischengelagert und dann werden einzelne Teile davon für ein Kunstprojekt wiederverwendet“, sagt Künstlerin Anna Maria Brandstätter bei der Projektpräsentation vergangenen Donnerstag.
Gotische Fresken künftig zu sehen
Statt der Holzstiege wird ein Glasturm mit Aufzug errichtet, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Und der größte Vorteil davon ist, dass die gotischen Fresken an der Fassade vom Restauratoren-Team freigelegt werden können. Durch die Glasfront sind sie von der Witterung geschützt und können der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden.
Vier Millionen umfasst das zur Gänze vom Land Oberösterreich bereitgestellt Budget für die Sanierung. Laut Bürgermeister Rainer Barth ist man auch sehr gut im Kostenrahmen. Und wenn alles nach Plan verläuft, dann sind die Sanierungsarbeiten mit April 2022 vollständig abgeschlossen und dem normalen Spielbetrieb steht nichts mehr im Weg.
„Vorgehensweise ist eine Frechheit“
Heftige Kritik an der Vorbereitung der Tagesordnung äußerte die SPÖ bei der Vergabe der ersten Aufträge durch den Greiner Gemeinderat Donnerstagabend. Informationen und Unterlagen hierzu seien nicht zeitgerecht zugesendet worden. „Es muss gesagt werden, dass die Vorgehensweise eine Frechheit ist. Uns blieb keine Zeit und Möglichkeit, diese Punkte in der Fraktion vernünftig zu diskutieren. Wir können leider diesen Antrag daher nur ablehnen – weil wir keine Entscheidungsgrundlage vorliegen haben und wir mit dieser Vorgehensweise hier keine Zustimmung verantworten können“, so Fraktionsobfrau Fabiola Gattringer.


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