Schwertberger Maulbeerbaumallee freut sich über Rettung
SCHWERTBERG. Die Gemeinde Schwertberg hat eine alte Maulbeerbaumallee, die besonders schützenswert ist. Nun müssen die Bäume zurückgestutzt werden – denn die großen Trieblinge setzen den Maulbeerbäumen sehr zu. Die alten Stämme können das Gewicht der Äste oft nicht mehr tragen und brechen bei Stürmen häufig ab.

Im Vorjahr konnten Bürgermeister Max Oberleitner und Rainer Gradl das Land OÖ von der Rettung der Allee überzeugen. Jeder einzelne der über 160 Maulbeerbäume wurde untersucht und der Zustand der Bäume mit den vorgeschlagenen Pflegemaßnahmen in einem eigenen Baumkataster festgehalten. Im Februar wurde begonnen, die Trieblinge der Maulbeerbaumallee von einem Spezialisten fachgerecht zurückschneiden zu lassen. Vor dem Kälteeinbruch blieb der Hubsteiger leider im aufgeweichten Boden stecken, sodass sich die Holzarbeiten noch in die Länge ziehen werden. Die Kosten für die aufwendigen Pflegemaßnahmen werden zwischen der Hoyo´schen Gutsverwaltung, der Gemeinde und der Naturschutzabteilung des Landes OÖ. aufgeteilt.
Renovierung des Sommerhauses
Leider sind auch viele kranke Eschen aus dem angrenzenden Wald zu entfernen. Nur mit diesem Eingriff können wir die alten Maulbeerbäume retten. Mit dem „Ausputzen“ wird die Allee dann auch wieder gut ersichtlich werden und sich vom angrenzenden Wald abheben. Aufgrund der ortsgeschichtlichen Bedeutung möchte Bürgermeister Max Oberleitner nach der Rettung der Maulbeerbaumallee auch das Sommerhaus sanieren und dieses der breiten Öffentlichkeit mit einer Ausstellung dauerhaft zugänglich machen. Im Rahmen eines Leaderprojektes soll die einstige Seidenraupenzucht im Herrschaftssitz Stock Poneggen und die Bedeutung der Maulbeerbäume für Schwertberg dokumentiert werden.
Geschichtlicher Hintergrund
Der Stock Poneggen ist ein ehemaliger Adelssitz und wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. 1629 kam das Gebäude an die Herrschaft Schwertberg und um die Mitte das 18. Jahrhundert wurde darin eine Seidenraupenzucht und Strumpffabrik untergebracht. Für die Arbeiter der Fabrik wurde im Nahbereich eine Reihenhaussiedlung (Häuselzeile) und heute historisch bedeutende Arbeitersiedlung (ähnlich jener in Steyr) errichtet. Das Gebäude war leider über viele Jahre in einem sehr schlechten äußeren Zustand. Die Sanierung wäre ohne der Eigenleistung der Familie Bayrak kaum finanzierbar gewesen. Unter fachkundiger Anleitung eines Restaurators des Bundesdenkmalamtes wurde von der Familie ein Kalkputz händisch aufgetragen und der Stock im Vorjahr aufwendig saniert.


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