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Bezirk Perg ist laut AK-Kinderbetreuungsatlas bei den Drei- bis Sechsjährigen Schlusslicht in Oberösterreich

Mag. Melanie Mai, 09.07.2021 11:01

BEZIRK PERG. Der AK-Kinderbetreuungsatlas schafft einen Überblick über das Kinderbetreuungsangebot in Oberösterreichs Gemeinden. Drei Altersgruppen werden gesondert betrachtet und diverse Zusatzangebote berücksichtigt. Das zwiespältige Fazit für den Bezirk Perg: Die Anzahl der 1A-Gemeinden hat sich von zwei auf vier verdoppelt, allerdings leider auch jene der Gemeinden der Kategorie „E“, die kaum oder keine ausreichende institutionelle Betreuung bieten.

AK-Vizepräsidentin Elfriede Schober und AK-Präsident Johann Kalliauer präsentieren den neuen AK-Kinderbetreuungsatlas 2021 (Foto: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart .)

Experten der Institute für empirische Sozialforschung (IFES) und der AK Oberösterreich werteten in jeder der 438 oberösterreichischen Gemeinden das Kinderbetreuungsangebot für die jeweiligen Altersgruppen anhand von vier Kriterien aus: Öffnungszeiten, Mittagessen, Sommerbetreuung und Schließzeiten – wobei die Öffnungszeiten differenziert betrachtet wurden (Unter-Dreijährige mindestens sechs Stunden/Tag, Drei- bis Sechsjährige mindestens acht Stunden/Tag und Volksschulkinder mindestens vier Nachmittagsstunden/Tag – jeweils Montag bis Donnerstag). Die Anzahl der positiv erfüllten Kriterien ergab für jede Gemeinde eine von fünf möglichen Gesamt-Kategorien (von A bis E). Gemeinden, die zudem die Kriterien des Vereinbarkeitsindikators für Beruf und Familie erfüllten, konnten zusätzlich eine 1A-Bewertung erreichen. In Gemeinden mit einem Zusatz „+“ gibt es Sonderprojekte wie z.B. gesundes Mittagessen, Einsatz von Zivildienern, Integration usw.). In Gemeinden der Kategorie „E“ bedeutet der Zusatz „*“, dass es kein institutionelles Betreuungsangebot für die entsprechende Altersgruppe gibt.

 Zwei neue 1A-Gemeinden im Bezirk

Die Höchstkategorie 1A hatten vor zwei Jahren nur zwei der 26 Bezirksgemeinden erreicht: Luftenberg und Mauthausen. Das schafften sie diesmal abermals, zudem gesellten sich auch Perg und St. Georgen an der Gusen als Vorbilder hinzu. Sie sind somit jene Gemeinden, die Eltern hinsichtlich Betreuungssituation ermöglichen, einer Vollzeitarbeit problemlos nachgehen zu können. Bemerkenswert: Im Bezirk Perg gibt es mit Katsdorf, Langenstein, Naarn, Saxen und Schwertberg fünf „A“-Gemeinden. Dabei verbesserten sich Naarn und Langenstein gleich um zwei Kategorien von „C“ auf „A“. Mit einem Anteil von 34,6 Prozent 1A- und A-Gemeinden liegt Perg ziemlich genau im Oberösterreich-Durchschnitt (35,2 Prozent). Acht Gemeinden konnten ihre Kategorie-Einstufung steigern. Besonders beachtlich: Bad Kreuzen, Langenstein, Münzbach und Naarn übersprangen gleich zwei Kategorien. Allerdings mussten fünf Gemeinden auch Einbußen hinnehmen. Besonders deutlich sank die Betreuungsqualität Pabneukirchen (von „B“ auf „E“) und St. Thomas am Blastensein (von „C“ auf „E“). Auch Waldhausen und St. Nikola rutschten in die niedrigste Kategorie ab. Als einzige Gemeinde im Bezirk Perg stellte Dimbach – wie schon vor zwei Jahren – keinen Daten zum institutionellen Kinderbetreuungsangebot im Ort zur Verfügung.

 Angebot für Unter-Dreijährige im Bezirksvergleich durchschnittlich

Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Alterskategorien zeigt sich, dass es besonders Eltern mit ganz jungen Kindern nicht leicht haben, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren. Bei den Unter-Dreijährigen hat sich im Bezirk Perg kaum etwas geändert. Ein „1A“-Angebot bieten Mauthausen und Saxen. Mit einem Anteil von 7,7 Prozent liegt der Bezirk Perg oberösterreichweit immerhin an vierter Stelle. Der OÖ-Schnitt beträgt 4,6 Prozent. Zudem stieg die Zahl der „A“-Gemeinden von drei auf fünf (Katsdorf, Luftenberg, Münzbach, St. Georgen/Gusen. und Perg), wobei sich Münzbach von „E“ auf „A“ stark verbessert hat. Die 19,2 Prozent „A“-Gemeinden bei den Unter-Dreijährigen im Bezirk Perg entsprechen genau dem OÖ-Schnitt. Hingegen gibt es im Bezirk bei den Unter-Dreijährigen heuer vier „E“-Gemeinden (2019: 3): Allerheiligen, Pabneukirchen, St. Georgen/Walde und Waldhausen.

 Bezirk ist bei den Drei- bis Sechsjährigen Schlusslicht

Die Betreuungssituation für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen ist im Bezirk Perg sehr unterschiedlich. Gegenüber der letzten Erhebung blieb die Zahl der 1A-Gemeinden mit sieben gleich. Während Grein sowie Katsdorf (2019: „B“) und Langenstein (2019: „C“) in die höchste Kategorie aufstiegen, wurden die einstigen „1A“-Gemeinden Schwertberg („B“) und Ried i.d.R. („A“) diesmal niedriger eingestuft. Gab es vor zwei Jahren bei den Drei- bis Sechsjährigen keine einzige „A“-Gemeinde im Bezirk Perg, sind es diesmal mit Ried i.d.R., Naarn i.M. und Perg drei, wobei sich die beiden letzteren von „C“ auf „A“ verbesserten.

Verschlimmert hat sich die Situation in der niedrigsten Kategorie „E“. Zwar schaffte es Mitterkirchen i.M. gegenüber vor zwei Jahren auf „C“, hingegen fiel St. Nikola a.d.D. stark von „B“ auf „E“ und auch Allerheiligen, Pabneukirchen, St. Thomas a.B., St. Georgen a.W. und Waldhausen i.S. wurden in die niedrigste Kategorie eingestuft. Damit hat sich die Zahl der E-Gemeinden im Bezirk Perg auf sechs verdoppelt. Mit 23,1 Prozent an E-Gemeinden bildet Perg bei den Drei- bis Sechsjährigen die „rote Laterne“ im oberösterreichweiten Bezirksvergleich des institutionellen Kinderbetreuungsangebotes. Kein anderer Bezirk hat prozentuell mehr Gemeinden, die kaum oder gar kein Angebot für diese Altersgruppe zur Verfügung stellen. Der OÖ-Schnitt beträgt 8,9 Prozent.

Angebot für Volksschüler unterdurchschnittlich

Auch die Betreuungssituation bei den Volksschulkindern ist im Bezirk Perg mehr als verbesserungswürdig. Wie bei der letzten Erhebung verfügten zwei Gemeinden im Bezirk über ein „A“-Betreuungsangebot für diese Altersgruppe – neben Mauthausen schaffte es diesmal Naarn i.M., das zuletzt nur ein „C“ erhielt. Dagegen fiel Luftenberg a.d.D. auf „B“. Mit einem 7,7 Prozent-Anteil an „A“-Gemeinden liegt der Bezirk Perg im Bezirksvergleich an drittletzter Stelle, nur die Bezirke Ried (5,6 Prozent) und Vöcklabruck (3,8 Prozent) weisen noch schlechtere Werte auf. Der OÖ-Schnitt beträgt 19,2 Prozent. Mit 23,1 Prozent liegt der Bezirk zudem bei den „D“-Gemeinden an der Spitze. In die niedrigste Kategorie „E“ wurden Allerheiligen i.M., Arbing und St. Nikola a.d.D. eingestuft. Zählt man die beiden niedrigsten Kategorien zusammen (gemeinsam 34,6 Prozent) weist kein Bezirk in Oberösterreich prozentuell mehr „D“- und „E“-Gemeinden auf.

Alle Details zu den Ergebnissen gibt es auch unter kba.arbeiterkammer.at/.

 


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