Oberösterreich setzt bei Pflegekräften auch auf qualifizierte Zuwanderung
OÖ/PERG. 13 Pflegekräfte aus Kolumbien sollen künftig die Alten- und Pflegeheime des Sozialhilfeverbandes Perg unterstützen. Insgesamt starten 2026 57 kolumbianische Pflegekräfte in Einrichtungen der oberösterreichischen Sozialhilfeverbände. Der Bezirk Perg erhält dabei zunächst die größte Gruppe.

Der Sozialhilfeverband Perg setzt bereits seit mehreren Jahren auf die internationale Gewinnung von Pflegekräften. Seit Jänner 2022 arbeiten Fachkräfte aus den Philippinen in den sechs Alten- und Pflegeheimen des Bezirks. Nun sollen 13 Pflegekräfte aus Kolumbien die Teams verstärken.
Onboarding-Prozess
„Dem Onboarding-Prozess und der persönlichen Begleitung im Integrationsprozess und in der Ausbildung in Oberösterreich wird bei uns ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt“, sagt Bezirkshauptmann und Sozialhilfeverbandsobmann Werner Kreisl. Zwei Mitarbeiter kümmern sich laut Kreisl federführend um diese Begleitung.
Die neuen Pflegekräfte verfügen über eine vierjährige akademische Pflegeausbildung und praktische Berufserfahrung. Nach ihrer Ankunft arbeiten sie zunächst entsprechend den österreichischen Anerkennungsvorgaben als Pflegefachassistenten. Parallel absolvieren sie die notwendigen Ergänzungsausbildungen, um ihre volle berufliche Qualifikation anerkennen zu lassen.
Vier Wochen für den Einstieg
Bevor die Pflegekräfte auf die Einrichtungen im Bezirk Perg verteilt werden, ist ein vierwöchiges Onboardingprogramm vorgesehen. Dabei stehen Behördenwege, fachliche Einschulung, die Integration in die Teams sowie das österreichische Pflege- und Gesundheitssystem im Mittelpunkt. Bereits vor der Einreise lernen die Pflegekräfte Deutsch und sollen mit dem Sprachniveau B1 nach Oberösterreich kommen. Anschließend wird die Sprachförderung bis zum Niveau B2 fortgesetzt.
Sozial-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) sieht die Gruppe als Beispiel für gezielte Fachkräftegewinnung: „Sie bringen eine fundierte Ausbildung mit, bereiten sich bereits vor der Einreise intensiv vor und wollen sich hier langfristig eine Zukunft aufbauen.“
Herausforderungen in der Pflegestruktur
ALTER-OÖ-Geschäftsführerin Anna Ferihumer betont die langfristige Herausforderung: „Bis 2050 gehen rund drei Viertel der erfahrenen Pflege- und Betreuungskräfte in Pension, gleichzeitig steigt der Pflegebedarf deutlich.“ Deshalb brauche es sowohl eine starke Ausbildung in Oberösterreich als auch gezielte internationale Fachkräftegewinnung.
Der Sozialhilfeverband Perg hatte bereits 2018 mit der Rekrutierung von Pflegekräften aus Drittstaaten begonnen. Mit den 13 neuen Mitarbeitern aus Kolumbien soll dieser Weg fortgesetzt werden. Ziel ist eine langfristige Beschäftigung in den Alten- und Pflegeheimen des Bezirks.








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