NEUPÖLLA. Das erste österreichische Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla zeigt in Zusammenarbeit mit dem Niederösterreichischen Landesarchiv und dem Zentrum für Migrationsforschung die Ausstellung „Langsam ist es besser geworden“. Vertriebene erzählen vom Wegmüssen, Ankommen und Dableiben.
Die Lebensgeschichte von dreißig Zeitzeugen wird hier in den Mittelpunkt gestellt. 1945, als sie aus der Tschechoslowakei vertrieben wurden, waren sie Kinder. Fast siebzig Jahre danach erinnern sie sich zurück. Sie erzählen vom Ankommen in Niederösterreich, dem Bitten und Betteln um Essen, von der Suche nach einem Dach über dem Kopf und von der Angst wieder abgeschoben zu werden. Vom langsamen, schmerzhaften Hineinfinden der Eltern in ein neues Leben, ihren ersten Schultagen hier, von ihrem Schmerz und ihrer Sehnsucht. Von Hilfe und Ablehnung in einem Land, welches für viele nie ganz Heimat wurde. Von Begegnungen mit „drüben“, von Besuchen und Kontakten. Gekommen aus einem Land, das es nicht mehr gibt, leben manche von ihnen bis heute in einem fremden Land. Bis 16. August kann jeweils sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr Einblick in die Geschichte der Vertriebenen genommen werden. EröffnungIm feierlichen Rahmen wird die Ausstellung am Samstag, 9. Mai um 19.30 Uhr durch Justizminister Wolfgang Brandstetter eröffnet. Niklas Perzi vom Zentrum für Migrationsforschung und Kurator der Ausstellung, führt durch das Museum. Vortrag zum ThemaPassend zum Thema findet am Freitag, 29. Mai 2015 um 19.30 Uhr im Museum ein Vortrag in Kooperation mit der Waldviertelakademie statt. Niklas Perzi referiert zum Thema „Vor 70 Jahren: Enteignung, Entrechtung und Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei“.Erstes Museum für Alltagsgeschichte3593 Neupölla 10„Langsam ist es besser geworden“: 10. Mai bis 16. August 2015 an Sonn- und Feiertagen, 14 bis 17 Uhr
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