Mit 77 Jahren Österreichs Außengrenzen mit Rad abgefahren

Mit 77 Jahren Österreichs Außengrenzen mit Rad abgefahren

Michaela Maurer Michaela Maurer, Tips Redaktion, 11.06.2019 17:05 Uhr

PREGARTEN. Hans Ruspeckhofer ist in Pregarten bekannt als Musiker, Schnitzer, Vorreiter in der Bio-Landwirtschaft und Theaterspieler. Mit 77 Jahren hat er die österreichische Außengrenze mit dem Fahrrad abgefahren.

Ein Leben lang träumte Hans Ruspeckhofer von einem Rennrad. Erst mit 58 Jahren hat er sich den Wunsch erfüllt und eines gekauft. Sein Ziel: mit dem Rad auf den Großglockner zu fahren. Jeden Abend nach der Stallarbeit schwingt er sich auf das Rad, um zu trainieren. „Viele meinten, dass ich verrückt bin, in dem Alter noch mit dem Rennradfahren anzufangen und dann gleich auf den Großglockner zu wollen“, erzählt Ruspeckhofer. Doch er suchte sich einen Gefährten – Gustl, einen ehemaligen Jugendrennfahrer – und gemeinsam wurde das Ziel Großglockner angesteuert. „Die letzten beiden Kehren waren so steil, dass ich auf dem Rad aufstehen musste. Aber als ich oben war, konnte ich das vor Freude gar nicht richtig realisieren. Solche Glücksgefühle kann man gar nicht richtig beschreiben.“

„Neues entdecken und Landschaft genießen“

Von da an wurde das Rad über Jahre Ruspeckhofers Begleiter. Viele Touren und Jahre später stieg er auf ein E-Bike um. Mit 77 Jahren hat er in zwei Etappen alleine die österreichische Außengrenze abgefahren. 2.750 Kilometer legte er dabei im Sommer zurück. „Dabei ging es mir nicht um die Zeit, sondern darum, Neues zu entdecken, die Landschaft zu genießen. Wenn man alleine fährt, kommt man zu sich selbst. Man lernt aber auch viele Leute kennen und erlebt eine Menge.“ Egal ob Regen oder Hitze, Ruspeckhofer legte die Strecke innerhalb von zweimal 13 Tagen zurück. „Als ich im Gesäuse war, hat es so richtig zu schütten begonnen. Da hab ich zweimal die Schuhe ausschütten müssen. Aber während man fährt, ist einem das egal.“ Besonders schön in Erinnerung sind ihm auch die kleinen Ortschaften unterhalb von Litschau. „Da bleibt man einfach stehen, redet mit den Leuten. Die Grenzgeschichten haben mich sehr interessiert.“ Der schönste Abschnitt für Ruspeckhofer war das Karwendel. „Die Natur ist einfach schön, das kann man gar nicht beschreiben. Das muss man sehen.“

Schnitzkurse und Theater

Hans Ruspeckhofer erbte den Bauernhof seiner Eltern. Schon vor 35 Jahren betrieb er den Hof gemeinsam mit seiner Frau und den vier Kindern als Bio-Landwirtschaft. Er war Gemeinderat, Ortsbauernobmann und Kassier in der Partei. „Nach einem Bandscheibenvorfall habe ich gemerkt, dass die Arbeit und die öffentlichen Ämter zusammen einfach zu viel sind. Ich habe beschlossen, alle Ämter aufzugeben und etwas zu tun, das mich freut und wobei ich eine Erfüllung finde.“ Er gründete einen gemischten Viergesang, bei zwei weiteren Chören – der Liedertafel und dem Kirchenchor – war er schon länger dabei.

Auch das Schnitzen hat er als Hobby wieder entdeckt. Im Spätherbst 1981 gab er seinen ersten Kerbschnitzkurz. Danach war er als Kursleiter 13 Jahre lang in ganz Österreich unterwegs und hat insgesamt mehr als 3.000 Menschen das Schnitzen beigebracht. Ruspeckhofer hat auch eine Truhe für „Licht ins Dunkel“ geschnitzt. Diese konnte für 38.000 Schilling versteigert werden und das Geld kam Menschen mit Beeinträchtigungen zugute. Eine große Leidenschaft von Ruspeckhofer ist das Theater, sowohl als Zuseher als auch als aktiver Theaterspieler und Bühnentechniker. Auch heuer ist der 80-Jährige als Bühnentechniker bei den Aistfestspielen der Bruckmühle dabei.

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