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RAINBACH/INNKREIS. Handbiker Walter Ablinger ist das gesamte Jahr viel unterwegs und somit auch viel von seiner Familie getrennt. Gerade deshalb ist für ihn die Weihnachtszeit im Kreise seiner Liebsten etwas ganz Besonderes. Wie der Rainbacher gemeinsam mit seiner Familie feiert, welche Erinnerungen er an Weihnachten in seiner Kindheit hat und warum ihm Weihnachten im Jahr 1999 ganz besonders in Erinnerung geblieben ist, erzählt er im Interview.

Walter Ablinger genießt die gemeinsame Weihnachtszeit mit seiner Frau Marietta und den Töchtern Jasmin, Stefanie und Leonie.

Tips: Welche Erinnerungen haben Sie an Weihnachten in Ihrer Kindheit?

Walter Ablinger: Wie ich schon sehr oft erzählt habe, bin ich bodenständig, bescheiden und religiös in einem behüteten Elternhaus groß geworden. Die Weihnachtserinnerungen in meiner frühen Kindheit, bei mir Anfang der 1970er Jahre, waren nie von großen materiellen Werten geprägt, meist sehr religiös mit Gebeten und Mette gestaltet und natürlich mit Freude auf das ankommende Jesukindl und die damit verbundenen praktischen Geschenke. Oft gab es Kleidungsstücke wie Pullis, selbst gestrickte Socken oder einen neuen Pyjama. Einmal eine Kindergitarre, einen Stoffhund – gewünscht hätte ich mir eigentlich einen lebenden Hund – oder auch einen Jahreskalender von meinen damaligen Sportidolen wie Annemarie Pröll, Karl Schranz, Franz Klammer, Hans Krankl, Jochen Rindt oder Niki Lauda. Oder ein Landschaftspuzzle.

Tips: Was war damals das Besondere an Weihnachten?

Ablinger: Die Geschenke waren nicht der Mittelpunkt der Weihnacht. Es waren immer die von den Eltern oder den Großeltern vorgelesenen Weihnachtsgeschichten, die Kekse, der warme eingeheizte Holzofen, der kleine Christbaum, der durfte maximal einen Meter hoch sein, sonst hätte er am „Nahmaschinkastl“ in der Stubn nicht Platz gehabt. Da stand er nämlich immer, unser bescheidener, immer mit denselben Kugeln, Engeln, Strohsternen und Lametta geschmückte Weihnachtsbaum aus dem eigenen Wald. Besonders war auch das gemeinsam gebetete Vaterunser in der finsteren, nur mit den vier Adventskranzkerzen beleuchteten Bauernstubn und freilich der gemeinsame Fußweg zur Christmette in der Pfarrkirche Rainbach.

Tips: Gibt es ein Weihnachtsfest, das Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ablinger: Es war das gesamte Jahr 1999, das meinem Leben eine neue Richtung gab. Das erste Weihnachten im eigenen renovierten Haus, mit unserer Anfang Dezember geborenen ersten Tochter, im Rollstuhl mit meiner eigenen körperlichen Einschränkung, aber vor allem mit dem Bewusstsein, dass viele Menschen aus dem näheren Umfeld an meinem Leben sowie an meinem Schicksal teilhaben und unsere junge Familie unterstützen. Der Geist der Weihnacht war nie spürbarer für mich als in diesem Jahr. Auch ich bin, wie das Jesuskind, neu geboren. Meine Frau Marietta, die Familie, die Verwandtschaft, meine Freunde, die Vereine, die Gemeinde, ja eine ganze Region hat mich in dieser schweren Zeit aufgefangen, mir Energie und Lebensfreude vermittelt und mich dazu bewegt, weiterzuleben.

Tips: Wie feiern Sie mit Ihrer Familie Weihnachten?

Ablinger: Unsere begrenzte Lebenszeit und das Ableben sind zwar ein sehr krasser Kontrast zur Geburt und dem Sinn von Weihnachten, aber dennoch sehr präsent. Ich denke, wenn wir den Tag des Todes in unser momentanes Leben mit aufnehmen und uns bewusst machen, dann wird auch das Weihnachtsfest intensiver wahrgenommen. Für mich persönlich wird dieser gemeinsame Weihnachtsabend, auch aufgrund der überstandenen Krebskrankheit meiner Mutter und der leider unheilbaren Krankheit meines Schwiegervaters, ein ganz besonderer. Wir werden erstmals das Fest nicht nur mit unseren eigenen drei Töchtern, sondern auch mit meinen Eltern und Schwiegereltern bewusst wahrnehmen und gemeinsam die Zeit genießen. Ich freue mich auf leuchtende Kinderaugen, gemütliche Gespräche und eine ruhige Zeit mit meinen Liebsten. Allen höheren Mächten möchte ich Dank sagen, dass ich das in dieser Form erleben darf. Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes, bewusstes Weihnachtsfest und viele gesunde Jahre im Kreise ihrer Lieben.


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