Helfen, wenn alles aus den Fugen gerät
RIED. Obdachlosigkeit in Ried? Blickt man sich in der wohlhabenden Bezirksstadt um, scheint das kein Problem zu sein. Fragt man aber die Streetworkerin Kerstin Hofstätter, dann erfährt man, dass verdeckte Obdach- oder Wohnungslosigkeit gerade in der Altersgruppe ihrer Klienten (etwa 17 bis 23 Jahre) gar nicht selten ist.

Der Begriff verdeckte Obdachlosigkeit beschreibt die Situation, wenn jemand keine eigene Wohnung und keine feste Adresse hat, aber nicht auf der Straße oder in Obdachlosenheimen schlafen muss, weil er oder sie – noch – das Glück hat, bei Freunden oder Bekannten unterkommen zu können – manchmal in der Wohnung, manchmal in der Garage. Solche Fälle gibt es auch in Ried, weiß Kerstin Hofstätter, und gerade in der kalten Jahreszeit werden es mehr.
Tips Ried will mit der diesjährigen Aktion Glücksstern Streetwork Ried dabei unterstützen, Jugendliche und junge Erwachsene, die schnelle Hilfe bei der Suche nach einem Dach über dem Kopf brauchen, wieder Boden unter den Füßen zu verschaffen.
Streetwork ist zwar – das betont Kerstin Hofstätter – finanziell ausreichend ausgestattet, wenn aber Jugendliche von einem Tag auf den anderen auf der Straße stehen und sofort untergebracht werden müssen oder wenn sie eine geforderte Kaution beim besten Willen nicht aufbringen, kann jeder zusätzliche Euro helfen.
Aktuell hat die Streetworkerin eine Liste von 18 jungen Leuten zwischen 16 und 22 Jahren (darunter sieben junge Frauen), die dringend günstigen Wohnraum oder eine Notunterkunft brauchen, weil sie von den Eltern rausgeschmissen wurden oder sich die Wohnung nicht mehr leisten können.
Ohne Wohnung
Dass Jugendliche mit Erreichen der Volljährigkeit nach dem 18. Geburtstag aus der Familienwohnung geschmissen werden, ist gar nicht selten.
Ein „Klassiker“ ist auch, dass Jugendliche, die sich gerade von zu Hause abnabeln, den ersten Job haben, die erste kleine Wohnung, dazu das erste (gebrauchte) Auto – und dann gekündigt werden. Auch ohne übertriebene Ausgaben (diese Fälle gibt es auch) häufen sie dann oft in kurzer Zeit hohe Schulden an und können irgendwann die Miete nicht mehr zahlen.
Kerstin Hofstätter kennt auch einige Fälle, bei denen die jungen Leute durch den Tod eines Familienmitgliedes völlig aus der Bahn geworfen werden.
Aktion Glücksstern
Das Spendenkonto für diese Aktion hat die Sparkasse Ried-Haag kostenlos zur Verfügung gestellt. Jeder gespendete Euro geht direkt an Streetwork Ried, um jungen Menschen in existenziellen Notsituationen zu helfen. Großspender ab einer Spendensumme von 500 Euro werden – als Dankeschön für ihre Großzügigkeit – auf Wunsch mit Foto veröffentlicht (schicken Sie in diesem Fall bitte im Vorfeld eine E-Mail an w.horn@tips.at, Tel. 07752/26777-962).
Spendenkonto
- Spendenkonto „Aktion Glücksstern“
- Bank: Sparkasse Ried-Haag
- IBAN: AT08 2033 3000 2510 4159
- BIC: SPRHAT21XXX


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