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RIED. Vielleicht hätte man den Spielern der SV Josko Ried nicht sagen sollen, dass sie den Klassenerhalt bereits geschafft haben. Was sie den 3431 Zuschauern im letzten Heimspiel der Saison gegen die Wiener Austria anboten, hatte mit den kämpferisch starken Leistungen der letzten Wochen nichts zu tun und ist mit „Standfußball“ noch höflich umschrieben.

Finstere Miene bei SVR-Trainer Paul Gludovatz (Foto: GEPA/Florian Ertl)
Finstere Miene bei SVR-Trainer Paul Gludovatz (Foto: GEPA/Florian Ertl)

Für die erste Überraschung sorgte SVR-Trainer Paul Gludovatz mit der Aufstellung: Er hatte Denis Streker als Sturmspitze aufgeboten – ein Experiment, das er bereits nach 38 Minuten wieder beendete, indem er Fabian Schubert für Michele Polverino einwechselte und nach vorne beorderte, während Streker sich auf die gewohnte Position im defensiven Mittelfeld zurückzog. Zu diesem Zeitpunkt stand es schon 2:0 für die Gäste, und kaum einer im Rieder Stadion glaubte noch an einen Erfolg der Schwarz-Grünen.

Geschenke für die Austria

Beide Treffer hatte Alexander Gorgon erzielt, und beide mit freundlicher Mithilfe der Rieder Defensive. Beim ersten Tor (17.) kam Grünwald nach Zuspiel von Venuto zur Flanke, und der völlig frei stehende Gorgon konnte ungehindert einköpfeln. Beim zweiten Treffer (25.) eroberte Grünwald den Ball an der Mittellinie von Polverino und passte nach kurzem Lauf auf Gorgon, der überlegt einschoß.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Florian Hart eine Anschlusschance (53.), aber mit dem 3:0 durch einen umstrittenen Freistoß von Holzhauser, der an Freund und Feind vorbei ins Netz flog (56.), war das Spiel entschieden.

Das nächste Tor war wieder ein Geschenk der Rieder Abwehr, die sich plötzlich im eigenen Strafraum am Kurzpassspiel versuchte – mit absehbarem Erfolg: Grünwald schnappte sich den Ball und traf aus dem Getümmel zum 4:0 (62.). Gludovatz“ Flüche waren bis auf die Tribüne zu hören. Den Schlusspunkt setzte Venuto, der in der 87. Minute durch die Rieder Abwehr spazierte und den 5:0-Endstand herstellte.

Mannschaftskapitän Thomas Gebauer versuchte sich an einer Erklärung: „Man hat gemerkt, dass am Wochenende eine extrem große Last von uns abgefallen ist. Wir waren körperlich und mental nicht aggressiv genug und immer einen Schritt zu langsam.“

Austria-Trainer Torsten Fink hatte es sich nicht so leicht vorgestellt: „Ich hatte großen Respekt vor dem Spiel, weil ich natürlich wusste, dass die SVR zuletzt vier Heimspiele zu Null gewonnen hatte. Meine Mannschaft hat eine hervorragende Leistung geboten und wollte den Sieg unbedingt. Dass es so gut lief, lag vielleicht daran, dass bei Ried nach dem gesicherten Klassenerhalt die Luft heraußen war.“

Entschuldigung vom Trainer

Paul Gludovatz brauchte lange, um sich zu beruhigen: „Ich lasse nicht gelten, dass die Luft heraußen war. So etwas ist mir lange nicht vorgekommen. Ich geniere mich für diese Leistung, an der ich aber mit beteiligt war und bitte alle um Entschuldigung.“

Der Trainer, der kein Wort darüber verlor, ob dieses Spiel sein letztes Heimspiel als SVR-Trainer war, legte noch drauf: „Wenn man alle Qualitätsmerkmale wie Herz, Zweikampfstärke und Aggressivität vermissen lässt, die uns zuletzt ausgezeichnet haben, dann stimmt etwas nicht in den Köpfen der Spieler. Ich bin total enttäuscht und frustriert.“ Ein Straftraining werde es nicht geben, ganz ohne Konsequenzen wollte er die Spieler aber nicht davonkommen lassen: „Ich werde mir am Donnerstag das Spiel der SVR-Amateure anschauen und einen oder zwei der Besten mit nach Altach nehmen. Dafür werden einige Profis zuhause bleiben und trainieren.“

Sponsorvertrag

Etwas Erfreuliches gab es für die SVR an diesem Abend trotzdem: Der Oberbank-Regionalleiter Inn­viertel, Erich Brandstätter, unterzeichnete im VIP-Club einen Vertrag, mit dem die Oberbank ihr Sponsoring für die SV Ried verlängert.

Ehrung

Nach dem Spiel gab es eine Ehrung für Heli und Fredl Grasl. Die beiden „Urgesteine“ führten den VIP-Club seit 17 Jahren und hatten beim letzten Heimspiel der Saison ihren letzten Arbeitstag im VIP-Club. Neben einem Präsent erhielten sie eine lebenslange VIP-Mitgliedschaft.


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