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Ried. In der „Bürgeranwalt“-Sendung im ORF zur Spange 3 kündigte der Anwalt der betroffenen Biobauern und der Initiative „Lebensraum Ried Süd - Neuhofen“ eine Bürgerbefragung an. Auf der anderen Seite melden sich jetzt auch Befürworter der Umfahrungsspange 3 zu Wort.

Am 29. Mai kam ein ORF-Team nach Ried, um Meinungen zum Bau der Spange 3 einzuholen.
Am 29. Mai kam ein ORF-Team nach Ried, um Meinungen zum Bau der Spange 3 einzuholen.

Der Anwalt der Biobauern, Wolfgang List, hat in der ORF-Sendung angekündigt, dass der Verein „Lebensraum Ried-Süd“ für die zweite Augusthälfte eine Bürgerbefragung zur Umfahrungsspange plant, an der alle Wahlberechtigten mit Wohnsitz in Ried und Neuhofen teilnehmen dürfen. Diese Befragung solle „den Rieder Bürgern Gehör verschaffen“. Außerdem schlug er eine „kostengünstige und kleinräumige“ Verbindung zwischen der Frankenburger Straße (L509) und der Hausruckstraße (B143) „nördlich der Bahn“ vor. Der Anwalt verschickte einen Entwurf für die Befragung (der ebenso wie die Endfassung „Tips“ vorliegt) an die Rieder Parteien. Weil darauf keine Reaktion kam, „gehen wir somit davon aus, dass keine Einwände  seitens  der  Parteien  bestehen“, schreibt er in einer Presseaussendung vom Montag. Die Endfassung entspricht somit exakt dem Entwurf, der zum überwiegenden Teil mit Suggestivfragen formuliert ist (was auch Grünen-Fraktionsobmann Christoph Bleckenwegner in einem Leserbrief zum Ausdruck brachte).

Der Fragebogen soll vom 14. bis 30. August im Gasthof Sternbauer in Neuhofen aufliegen (Mo.–Fr. 16–18 Uhr, Sa./So./Feiertag 10–13 Uhr). An der notariell überwachten Befragung dürfen alle wahlberechtigten Bürger teilnehmen, die in Ried oder Neuhofen gemeldet sind. Für die UmfahrungDas Rieder Ehepaar Sieglinde und Josef Streicher glaubt, dass in der Sendung die Argumente für den Bau der Spange 3 zu wenig gewürdigt wurden. Zudem seien keine Leute befragt worden, die derzeit vom Verkehr benachteiligt sind. In einem Brief an „Bürgeranwalt“ Peter Resetarits laden sie ihn ein, „eine Nacht bei uns zu schlafen; Sie werden von 5 Uhr früh bis 8.30 Uhr nur ein Dröhnen hören, weil in dieser Zeit der Verkehr nicht abreißt“. Dass eine Umfahrung im Süden Rieds geplant ist, ist seit vielen Jahren bekannt. Wie ernst die Pläne nach Jahrzehnten des Stillstands noch genommen wurden, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Anrainer, die sagen, dass ihnen vor Jahren beim Kauf der Grundstücke von Beamten der Stadt versichert wurde, dass die Umfahrung „eh nicht gebaut“ werde – allerdings nicht schriftlich. Andere, wie die Streichers, sagen, dass die Anrainer alle wussten, dass eine Umfahrung an ihren Gründen vorbei gebaut werden soll: „Eine Nachbarin hat gesagt, dass die Leute sogar unterschreiben mussten, bevor sie gebaut haben oder eine Wohnung bekamen.“


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