Stadtratsmehrheit ist für „große Lösung“ der Spange 3 mit Bahnunterführung
RIED. Die Rieder Stadtratsfraktionen ÖVP, FPÖ und SPÖ haben Einigkeit darüber erzielt, wie die Umfahrungsspange 3 verlaufen soll und stellten diese Pläne am vergangenen Mittwoch vor.

Nachdem die Trasse für den ersten Abschnitt bereits im vorigen Jahr festgelegt wurde, bereitet die Landesdirektion Straßenbau und Verkehr die Verordnung für das zweite Teilstück vor, wie sie nach dem ersten Beschluss vereinbart wurde. Bürgermeister Albert Ortig: „Wir hatten immer ein Gesamtkonzept vor Augen und haben uns bemüht, dass auch Teil 2 rasch umgesetzt wird.“
Das Land habe seine Unterstützung für das Projekt zugesagt.
Verlauf
Dabei soll die Umfahrungsstraße nicht beim „Strnad-Eck“ in die Eberschwangerstraße einmünden, sondern in einem Kreisverkehr etwas südlich davon beim Koblstattbauern – dem Biobauern, der sich vehement gegen die Trassenführung wehrt. Von diesem Kreisverkehr wird die Straße durch eine Unterführung neben der Firma Wessenthaler unter der Hausruckbahn Richtung Eberschwang geführt, wo sie stadtauswärts der Bahnlinie Schärding – Attnang-Puchheim in die Hausruckstraße einmündet. Bürgermeister Albert Ortig: „Das entspricht dem Wunsch eines überwiegenden Teils der Bevölkerung.“
Vizebürgermeister Thomas Dim (FPÖ): „Die Spange war der FPÖ immer ein Anliegen. Sie bringt kein zusätzliches Gewerbegebiet, sondern Verkehrsentlastung. Es werde nur eine Zufahrt geben, nämlich die von der Firma Schenker und dem zukünftigen städtischen Bauhof.“
Voraussetzungen
In einer Sondersitzung des Gemeinderates am Donnerstag sollen die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Dabei müssen die Mandatare neben dem Trassenverlauf auch die Übernahme von zwei Abschnitten der Frankenburger und der Eberschwanger Straße aus Landes- und Bundeszuständigkeit beschließen.
Das Stück der Eberschwangerstraße zwischen „Strnad-Eck“ und dem derzeitigen Bahnübergang wird zur Sackgasse und damit definitiv verkehrsberuhigt.
Damit wurden auch die Widerstände der SPÖ ausgeräumt. Vizebürgermeister Michael Steffan (SPÖ): „Eine Einmündung der Umfahrung in die Eberschwanger Straße beim Strnad-Eck hätte keine Ent- sondern eine Belastung für das Siedlungsgebiet gebracht.“
Für die Akzeptanz in der Bevölkerung spricht laut Steffan, dass es bisher „nur eine Handvoll Einwendungen“ gegen die Pläne gäbe. „Beim ersten Teil der Trasse waren es rund 100.“
Skeptische Grüne
Die Grünen stehen dem Ganzen noch skeptisch gegenüber. Stadtrat Max Gramberger, der aus beruflichen Gründen nicht an der Pressekonferenz teilnahm, machte den differierenden Grünen-Standpunkt per Aussendung öffentlich.
Die Grünen werden den Beschlüssen zur Spange 3 nicht zustimmen, weil sie nicht glauben, dass sie die erwartete Entlastung bringt und zudem auf Zahlen basiere, „die hochgerechnet wurden, aber die wirklichen Bedarfe außer Acht lassen“. Daher würden „einige Stadtbewohner ziemlich enttäuscht“ über die geringe Wirksamkeit sein. Eine Verlegung der B143 aus dem Stadtgebiet von Ried würde eine bessere Entlastung bringen.
Ablauf
Nach den Gemeinderatsbeschlüssen kann das Land mit der Detailplanung beginnen. Liegt diese vor, folgen die Verfahren nach dem Eisenbahn-, Wasser- und Naturschutzgesetz, dann die Verhandlungen zur Grundeinlöse und die straßenrechtliche Bewilligung. Vizebürgermeister Dim: „Ich hoffe, dass die Spange noch in diesem Jahrzehnt fertig wird.“
Den Koblstattbauern will man noch „ins Boot bekommen“. Sollte das nicht gelingen, käme es zu einem Enteignungsverfahren: „Das würde die Spange nicht verhindern, aber verzögern.“
Trassenplan (siehe PDF)
Die Umfahrung soll auf der gelb eingezeichneten Trasse vom zu errichtenden Kreisverkehr bei der Frankenburger Straße (linker Bildrand) zum grün eingezeichneten Kreisverkehr südlich des Strnad-Ecks führen und von dort an der Firma Wessenthaler vorbei durch eine Unterführung Richtung Eberschwang. (Grafik: Stadtamt Ried, Bauabteilung)


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