„Zwischen Bauchweh und Wollen“ – Spitzen-Anlage im KiK wartet auf den Einsatz
RIED. Der Kulturverein Kunst im Keller (KiK) hat aus der Corona-Zwangspause das Beste gemacht und die geplante Sanierung des Kellerlokals vorgezogen. Der Neustart erfolgt vom 11. bis 13. September mit einem dreitägigen Open Air.

Generell war das „alte“ KiK noch gut in Schuss, aber nach 30 Jahren ergab sich trotz guter Pflege ein gewisser Modernisierungsbedarf, vor allem beim Sound und Licht. Aber auch der jetzt wieder glänzende Boden war sanierungsbedürftig.
Umbau
„Unser Ziel war es“, sagt KiK-Obmann Florian Bauböck, „die Atmosphäre und die familiäre Qualität des Lokals zu erhalten.“ Dazu gehört auch, dass sowohl das „Rechtsabbiegen verboten“-Schild an der Bühnenrückwand als auch der ebenso legendäre „Stolperstein“ erhalten blieben – Letzterer allerdings an einem anderen Platz.
Im Barbereich gestaltete der Wiener Künstler Golif eine Wand mit seinen bekannten Gesichtern. Das KiK-Logo von Reinhard Adlmannseder wanderte dafür auf die Tür der Technikkammer zwischen Bühne und Eingang. Die Beleuchtung wurde auf LED umgestellt.
Bühnenrückwand
Trotzdem ist die optisch auffälligste Neuerung die Bühnenrückwand. Sie enthält nicht nur ein Bass-System, durch das die Musiker auf der Bühne den gleichen Sound hören wie das Publikum, sondern auch sieben Paneele mit 175 Spots, die völlig neue und spektakuläre Lichteffekte ermöglichen.
Nicht zuletzt ist die Bühne jetzt sicherer. Das besonders bei größeren Musikern gefürchtete Belüftungsrohr, an dem sich nicht wenige den Kopf gestoßen haben, verläuft jetzt unter der Bühne.
Akustik
Herzstück des Umbaus ist die neue Akustik im Kulturkeller. In enger Zusammenarbeit mit Wolfgang Sauter von „pro performance„ wurden etliche kreative Ideen umgesetzt, um Publikum und Künstlern den perfekten Sound zu bieten – darunter neben der neuen Soundanlage mit kaum sichtbaren Boxen auch schwarz-gelbe Akustikpaneele an der Decke und „Bassfallen“ in der Wand gegenüber der Bühne.
Dadurch ist der Sound jetzt im gesamten KiK gleich gut – was durch die L-Form des Saales keine Selbstverständlichkeit ist. Er kann jetzt sowohl für Konzerte als auch Lesungen perfekt eingestellt werden.
Florian Bauböck: „Uns ist es wichtig, auf die Künstler zu schauen. Wir können nicht die gleichen Gagen zahlen wie größere Veranstaltungsorte. Bei uns müssen sich die Musiker wohlfühlen.“
Wolfgang Sauter: „Üblicherweise ist der Sound auf der Bühne und im Publikum nicht gleich. Ich bin oft entsetzt, mit welchem Sound die Musiker auf der Bühne leben müssen. Im KiK hören sie künftig das selbe wie das Publikum.“
Förderungen
Die Sanierung kostet rund 170.000 Euro und wird zu einem großen Teil durch Leader und die Stadt Ried gefördert, nicht zuletzt aber auch durch Eigenleistungen des Kulturvereins (bis jetzt rund 1.500 ehrenamtliche Stunden). Rita Atzwanger von Leader Mitten im Innviertel: „Leader fördert auch Kultur. Das KiK ist auch für uns ein Vorzeigeprojekt.“
Im Namen der Stadt gab es Lob von Vizebürgermeisterin Gabriele Luschner: „Corona macht uns schmerzhaft bewusst, wie es ist, wenn man auf Kultur verzichten muss. Wir sind schon sehr stolz, dass wir in Ried diesen Kulturverein haben, der seit 30 Jahren hervorragende Arbeit leistet.“
Programm in der Schwebe
Über dem geplanten Herbstprogramm, das zwar abgespeckt, aber immer noch sehr umfangreich ist, schwebt das Damoklesschwert Corona. Eigentlich will der Kulturverein nicht kampflos aufgeben – aktuell werden aber zumindest im September keine Veranstaltungen im Keller stattfinden.
Obmann Florian Bauböck: „Wir stehen zwischen Bauchweh und Wollen. Einerseits sehen wir unseren Auftrag, Kultur zu veranstalten, andererseits sehen wir auch die aktuelle Situation. Wir wollen die Veranstaltungen für das Publikum und die Künstler so sicher wie möglich machen. Wichtig ist, dass wir wieder ein gewisses Kulturprogramm anbieten können, denn viele Leute sehnen sich danach. „
Open Air mit Voodoo Jürgens
Damit das KiK zumindest ein Lebenszeichen sendet, veranstaltet der Verein vom 11. bis 13. September ein dreitägiges Open Air auf dem Parkplatz zwischen Hartwagnerstraße und der Mühlbachgasse (mehr dazu in der nächsten Ausgabe).
Den Auftakt am Freitag macht Voodoo Jürgens, der somit das ausverkaufte und wegen Corona verschobene Konzert vom März nachholt. Die Tickets von damals sind noch gültig, zusätzlich werden noch einige Restkarten erhältlich sein. Vorgruppe ist Euroteuro. Am Samstag treten ab 16 Uhr zuerst das Hermann Linecker Quartett und dann Flut und Buntspecht auf.
Von allen Bands gibt es auf der KiK-Website Hörproben.
Am Sonntagvormittag findet in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club ein Kulturbrunch statt.


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