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RIED. Zwei Mal ist der akademisch ausgebildete Maler und Bildhauer Fadhil Hussein (59) schon vor dem Krieg geflohen: zuerst aus dem Irak, dann aus Syrien. Seit fünf Jahren wartet er nun in Österreich auf einen Asylbescheid und lebt mit seiner Frau und drei erwachsenen Kindern im Flüchtlingshaus der Caritas in Ried.

Fadhil Hussein in seinem Atelier in einer Garage in Ried (Foto: Caritas)
  1 / 2   Fadhil Hussein in seinem Atelier in einer Garage in Ried (Foto: Caritas)

Als er nach Österreich kam, hatte er nichts im Gepäck und musste sich sein Leben neu aufbauen. Noch im selben Monat, als er in Ried ankam, organisierte Hussein eine Möglichkeit, in einem Atelier zu malen – denn was auch immer er an Besitz zurücklassen musste, sein künstlerisches Können ist ihm geblieben. Auch die internationalen Kontakte, die er durch sein Metier knüpfte, pflegt er weiterhin: In London, Rom, Moskau, Detroit und Damaskus hatte er schon Ausstellungen – allerdings ohne persönlich dabei zu sein: Als Asylwerber darf er den ihm zugewiesenen Bezirk nicht verlassen.

Atelier in einer Garage

Sein kleines Atelier ist nur eine Garage in der Nähe des Flüchtlingshauses der Caritas. Die Inn­viertler Künstlergilde, in der Hussein seit 2017 Mitglied ist, unterstützt ihn bei Material und Raum. Das Hauptmotiv des Künstlers sticht auf Anhieb ins Auge: Frauenfiguren – von expressiver Malweise bis hin zu abstrahierenden Formauflösungen.

Zweimal geflüchtet

Immer wieder musste Hussein in seinem Leben die Zelte abbrechen. Aufgrund des Irak-Kriegs floh er 2003 ins damals noch sichere Damaskus. Dann kam der Krieg auch nach Syrien und zwang die Familie wieder zur Flucht. „Ich habe keine Heimat“, fasst Fadhil Hussein seine Empfindungen in Worte.

Entwurzelt fühlt er sich jedoch nicht – seine Wurzeln liegen für ihn in der Kunst, der er sich mit Herz und Seele verschrieben hat. Er studierte an der Kunstakademie in Bagdad, unterrichtete Kunstgeschichte, Malerei, Skulptur und arabische Kalligrafie.

Warten auf den Bescheid

Bis ein Asylbescheid kommt, kann er nur warten – und engagiert sich in der Zwischenzeit, wo es ihm möglich ist. Unter anderem bietet er in seinem Atelier Mal-Workshops für Kinder an. Auch in Volksschulen hat er schon Workshops gehalten. Zwischendurch gibt er seinen internationalen Künstler-Kontakten online Feedback für ihre Bilder, liest philosophische Bücher oder beschäftigt sich mit Sufismus (islamischer Mystik).  


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