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RIED. Das Rieder Panzergrenadierbataillon 13 musste 2021 eine hohe Auftragslage bewältigen. Auch 2022 werden die Herausforderungen nicht geringer. Dafür wird Personal gesucht.

  1 / 5   Die 13er bewachten sechs Monate lang 51 Schutzobjekte in Wien; rechts die Ausrüstung für "normale" Objekte, links die Ausrüstung für gefährdete Objekte, darunter manche Botschaften. (Foto: Tips/Horn)

Bataillonskommandant Oberst Alfred Steingreß und Major Hannes Wagner informierten in der Zehnerkaserne über die vielfältigen Aufgaben der 13er. 

Offene Stellen

Besonders wichtig war Steingreß der Hinweis, dass im Bataillon wieder etliche, zum Teil gut bezahlte Stellen frei sind. 

Der Bedarf habe sich verlagert. Im letzten Jahr sei das Ziel gewesen, den Nachwuchs zu sichern, jetzt gehe es darum, die Sollstärke der KPE zu halten. Neben der Pensionswelle, die auch am Bataillon nicht spurlos vorbeigehe, habe es gerade im vorigen Jahr durch die hohen Anforderungen Abgänge gegeben: „Nach sechs Monaten im Kosovo, wenigen Wochen in Ried und zwei dreimonatigen Assistenzeinsätzen auch über Weihnachten hat der eine oder andere seinen Vertrag nicht verlängert.“ 

Dazu komme Personalbedarf durch die Assistenzeinsätze: „Assistenz ist immer zusätzlich. Das heißt, wir brauchen immer jemanden, der dann hier die Arbeit macht.“ 

Für die Assistenzeinsätze werden vor allem Milizsoldaten gesucht. 

Grundwehrdiener haben die Möglichkeit, sich für das „Modell 6+3“ anzumelden, bei dem sie sich für drei zusätzliche Monate bei der Miliz verpflichten – ohne darüber hinausgehende Verpflichtungen. Dafür erhalten sie schon ab dem dritten Monat im Grundwehrdienst rund 400 Euro Freiwilligenprämie und anschließend in der Miliz rund 3.000 Euro monatlich. 

Assistenzeinsätze

Im vergangenen Jahr war vor allem die Pandemie für Assistenzeinsätze der Rieder Soldaten verantwortlich. 

146 Mann waren deswegen für Grenzkontrollen in Tirol im Einsatz. Dabei kamen mehr als 200.000 Mannstunden zusammen. Für sechs Monate waren Rieder Soldaten in Wien zur Bewachung von 51 Schutzobjekten eingeteilt. Dabei ging es vor allem um den Schutz von Botschaften. 

Nicht zuletzt wurden die Soldaten auch im Contact Tracing eingesetzt, vor allem in den Bezirkshauptmannschaften Ried und Braunau, aber auch in Schärding. 

Corona

Die Pandemie habe das Bataillon bisher sehr gut bewältigt, sagte der Kommandant: „Covid hat uns gefordert, aber nicht eingeschränkt.“ Das Bataillon sei jederzeit einsatzfähig gewesen. Obwohl sich in der Kaserne bis zu 300 Mann auf relativ engem Raum aufhielten, habe es wegen der hohen Disziplin der Soldaten nie mehr als acht Infizierte zur gleichen Zeit gegeben. 

Generell gelte in der Kaserne 3G am Arbeitsplatz, Rekruten müssen also nicht geimpft sein. Anders ist das bei der Kaderpräsenzeinheit (KPE). Hier ist die Impfung ein K.-o.-Kriterium. Das sei logisch, erklärt Steingreß, weil die Soldaten im Zuge eines Einsatzes ohnehin alle für den Einsatzort nötigen Impfungen erhielten, aber auch zum Eigenschutz und dem Schutz anderer: „Im Notfall ist vor Ort oft kein Krankenhaus mit entsprechend ausgerüsteter Intensivstation erreichbar.“ 

Burgenland

Der erste Auslandseinsatz der 13er führt sie ab Anfang Februar nach Bosnien-Herzegowina. Zudem steht auch eine dreiwöchige simulatorunterstützte Übung zusammen mit deutschen Einheiten auf dem Programm, deren Erkenntnisse später auf dem „geliebten“ Truppenübungsplatz Allentsteig „in echtem Gelände mit echtem Wetter“ und zusammen mit Milizeinheiten geübt werden. 

Im Sommer steht für die Rieder Grenadiere wieder ein dreimonatiger Grenzschutzeinsatz im Burgenland an. Dabei geht es vor allem darum, die Schlepperei einzudämmen. 

Ausbildung

66 Soldaten und Soldatinnen haben gerade die fünfmonatige Kaderausbildung eins abgeschlossen – eine „fordernde und harte Ausbildung, die der optimale Grundbaustein für spätere Aufgaben ist“, wie es der Kursbeste, Korporal Nussbaumer, ausdrückte. 

Bereits in dieser Woche rücken 160 neue Rekruten ein. „Einige werden in Ried bleiben, die anderen werden auf ganz Österreich aufgeteilt.“ 

Ein neues Waffensystem bei den 13ern sind die Scharfschützengruppen, die aus jeweils vier Soldaten bestehen. 

Sport

Die Bedeutung der Fitness für Soldaten ist unbestritten – nicht nur für Märsche und Ähnliches, sondern auch um beispielsweise Verletzungen beim Warten der Panzer zu vermeiden. Auch dafür gibt es in der Rieder Kaserne spezifische Programme. 

Die 13er gehen aber darüber hinaus. „Wir sind Garant für sportlichen Erfolg“, sagt Oberstabswachtmeister Gerhard Bauer nicht ohne Stolz. 

Im Sommer dominierten die 13er die Heeresmeisterschaften im Militärischen Fünfkampf in Wiener Neustadt. Bauer gewann die Seniorenklasse, Oberwachtmeister Johannes Gassner wurde Heeresmeister im Militärischen Fünfkampf in der Allgemeinen Klasse.


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