Ried nimmt ukrainische Flüchtlinge auf [Update 9.3., 20.30 Uhr: Spenden- und Hilfsmöglichkeiten]
RIED. Am Mittwochabend traffen in Ried die ersten Flüchtlinge aus der Ukraine ein. Die Stadt hat mit dem Roten Kreuz innerhalb weniger Stunden ein Notquartier für 150 Menschen eingerichtet.

Als am Vormittag die Nachricht kam, dass 550 weitere ukrainische Flüchtlinge in verschiedene Quartiere in Oberösterreich aufgeteilt werden, habe man innerhalb von 24 Minuten zwei Unterkünfte gefunden, berichtete Bürgermeister Bernhard Zwielehner: Im alten ISG-Gebäude in der Goethestraße für 150 Menschen und im Pfarrzentrum Riedberg für 50 Menschen. Fürs erste wurde nur die Unterkunft im ISG-Gebäude abgerufen. Im Bezirk gibt es noch ein weiteres Quartier beim Leitner-Wirt in Taiskirchen.
Erwartet werden vor allem Frauen und Kinder sowie ältere Menschen.
Das Rote Kreuz und die Feuerwehr begannen sofort, das Gebäude unter anderem mit Notbetten einzurichten. Besonders fleißige Helfer waren dabei syrische Flüchtlinge, die in Ried untergebracht sind. Die ISG, die das Gebäude kostenfrei zur Verfügung stellt, sorgte dafür, dass sofort die Heizung eingeschaltet wurde, die Firma Infotech richtete ein WLAN ein, damit die Geflüchteten Kontakt in die Heimat halten können.
Mit dem Krankenhaus gibt es eine Kooperation, falls Ärzte gebraucht werden.
Rotkreuz-Bezirksgeschäftsleiter Christian Dobler-Strehle: „Das Lager ist ein Pufferlager. Wir rechnen damit, dass rund die Hälfte der Flüchtlinge zu Verwandten oder Bekannten in andere Länder weiter reist.“
Bürgermeister Zwielehner: „Wir wissen nicht, wie lange sie hier bleiben, aber wir wollen die Flüchtlinge so freundschaftlich wie möglich aufnehmen.“ Unter anderem erhalten sie Gutscheine fürs Freizeitbad, damit vor allem die Kinder ein wenig Spaß haben.
Die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen habe hervorragend funktioniert: „Wichtig ist, dass die Infrastruktur da ist.“
Unterstützung von Rieder Schulen
Als erste Schule hat die Franziskusschule reagiert. Die Schülerinnen stellten einen Stand auf dem Grünmarkt am Dienstag auf, wo sie selbst gemachten Kuchen verkauften. Dadurch und mit zusätzlichen Spenden kamen rund 4.700 Euro zusammen.
Das Beispiel macht Schule: In den nächsten Wochen wird jede Rieder Schule einen derartigen Stand aufbauen, die Standgebühren übernimmt die Stadt.


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