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Spatenstich für längste Fischwanderhilfe am Innkraftwerk Egglfing-Obernberg

Rosina Pixner, 15.05.2026 13:00

OBERNBERG. Im Rahmen des EU-Life Projektes „Riverscape Lower Inn“ entsteht beim Kraftwerk Egglfing-Obernberg auf einer Länge von 5,8 Kilometer das größte naturnahe Umgehungsgewässer am Inn – ein neuer strukturreicher Gewässerlebensraum für Tiere und Auenpflanzen.

Die Fischwanderhilfe Egglfing-Obernberg ist Teil des EU-Life Projekts „Riverscape Lower Inn". (Foto: Verbund/Johannes Wiedl)

Mit dem feierlichen Spatenstich fiel der Startschuss für den Bau der längsten Fischwanderhilfe am Inn. Im Beisein regionaler politischer Vertreter, Projektpartner und Mitarbeiter wurde beim Innkraftwerk Egglfing-Obernberg der Beginn der Bauarbeiten gewürdigt. In den kommenden eineinhalb Jahren errichtet Verbund dort ein naturnahes Umgehungsgewässer, das dank der ökologischen Gestaltung nicht nur die Wanderung der Fische ermöglicht, sondern auch neue Laich- und Rückzugsräume für die vielfältigen Fische und Wasserlebewesen am Inn schafft.

Mehr als nur ein Wanderkorridor

Die von Gewässerökologen und Wasserbauern geplante Fischwanderhilfe ist weit mehr als eine bloße Durchgangsroute. Mit Furten, angeströmten Kiesbänken, Flachwasserzonen, Totholz und Buchten entsteht im Umfeld des Kraftwerkes Egglfing-Obernberg ein strukturreiches Gewässer mit einer natürlichen Abflussdynamik. Flache Kiesbänke dienen zukünftig als Laichplätze und Aufenthaltsort für Jungfische, während tiefe Wasserzonen großen Inn-Fischen, wie etwa dem Huchen, Raum bieten.

Durch die neue Fischwanderhilfe werden, je nach Jahreszeit, zwischen vier und zehn Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen. Zur Laichzeit vom Frühjahr bis in den Sommer ermöglicht ein gesteuertes Zusatzdotationsbauwerk eine saisonale Erhöhung des Durchflusses. Auch der Malchinger Bach fließt in das neue Gewässer ein, und das Inn-Ufer wird unterhalb der Mündung auf einer Länge von 1,7 Kilometern strukturreich renaturiert.

Millionen-Investitionen in Ökologie

„Bis 2027 investieren wir in der Verbund-Wasserkraft entlang unsere Anlagen in Bayern und Österreich rund 400 Millionen Euro für Renaturierungsmaßnahmen, Fischwanderhilfen und Verbesserungen von Lebensräumen. Davon ist die Hälfte bereits umgesetzt und 75 Prozent aller relevanten Kraftwerke sind damit barrierefrei passierbar“, erläutert Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der Verbund Grenzkraftwerke. „Bei unseren 22 Laufkraftwerken in Bayern und an der Grenze zu Österreich haben wir 100 Millionen Euro für Ökomaßnahmen geplant und ein Drittel bereits umgesetzt.

Fischwanderhilfen funktionieren

Modernes Fischmonitoring belegt anhand wissenschaftlicher Datenaufnahmen, dass die Fischwanderhilfen und Umgehungsgewässer der Verbund Wasserkraft von den Fischen gerne angenommen werden. Dabei werden die passierenden Fische genau erfasst und dokumentiert. So entstehen am Ende genaue Daten über die Anzahl und Arten der Fische und die Wanderbewegungen.


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