Ein mobiles Zuhause zieht um
TAISKIRCHEN/MEHRNBACH/WIEN. Vier Studenten, ein Ziel: ein Zuhause für jedermann. Das mobile Haus ist ein studentisches Projekt und soll vor allem Arbeits- und Heimatlosen die Resozialisierung erleichtern.

Zum Abschluss des Bachelorstudiengangs Bauingenieurwesen/Baumanagement an der FH Campus Wien haben sich Markus Hörmanseder aus Taiskirchen und Philipp Hüttl aus Mehrnbach ein ganz besonderes Projekt einfallen lassen. Unter dem Namen LibertyDotHome haben sie im März 2017 die Planung des 8,75 Quadratmeter großen Hauses begonnen. „Unser Grundgedanke ist es, ein Minimum an Lebensqualität für jeden einzelnen Menschen zum Standard werden zu lassen“, betont Hörmanseder.
Die Pläne und das Budget
Auf der Suche nach einem sinnvollen und sozialen Projekt, mit dem Menschen geholfen werden kann, haben sich die beiden Studenten in der Gruft, einer Obdachlosenunterkunft in Wien, erste Anregungen und Ideen geholt. „Die meisten Leute, mit denen wir gesprochen haben, wünschen sich einen Schlüssel, um einen Raum zuzusperren. Einen Raum, der ihnen Sicherheit und Privatsphäre bietet“, erzählt Hüttl. Um abgesehen vom Bau des Moduls auch das geplante Resozialisierungsprogramm realisieren zu können, haben sich die beiden noch zwei weitere Studenten ins Boot geholt. Lisa Bozic ist im Marketing tätig, während sich Nora Jestl um den sozialen Bereich des Projektes kümmert. „Ein Studentenbudget gibt ja bekanntlich nicht viel her, also stand erst mal die Sponsorensuche ganz oben auf unserer Liste“, erzählt Hörmanseder. Durch Materialspenden und mediale Unterstützung konnte der Prototyp ohne weitere anfallende Kosten angefertigt werden.
Der Bau und die Innenausstattung
Mobilität spielte bei der Konzipierung des Wohnmoduls eine wichtige Rolle. Der Innenraum des Prototypen ist sehr funktional gestaltet. Bei zukünftigen Modulen können laut Hörmanseder noch einige Kleinigkeiten verbessert werden. Die Kochnische, ein Schrank und die Dusche mit WC befinden sich sozusagen im Erdgeschoss der 8,75 Quadratmeter großen Wohneinheit. Das Bett ist über dem Sanitärbereich gebaut und ist über eine Leiter zu erreichen. „Beim Bau haben wir sehr viel Holz verwendet und die Außenseiten bestehen zu 90 Prozent aus recyceltem Aluminium“, erzählt Hüttl. Die Studenten haben den Prototypen zusammen mit Freunden gebaut, doch in Zukunft soll der Bau mit einem optimierten Bausatz innerhalb von drei Tagen möglich sein.
Der Einsatzbereich
Aus Finanzierungsgründen werden die Wohnmodule anfangs auch für Sport- und Musikveranstaltungen vermietet. Haupteinsatzgebiet werden laut Hörmanseder später aber vor allem Firmengelände sein, um einerseits arbeits- oder obdachlosen Menschen den ersten Schritt zurück ins Arbeitsleben zu erleichtern und andererseits eine günstigere Unterkunft für Gastarbeiter zu bieten. Bis zum Sommer 2018 wollen die Studenten noch fünf weitere Wohneinheiten bauen. Der Prototyp wurde inzwischen vom Innviertel nach Wien transportiert und ist dort an der FH Campus Wien zu besichtigen.


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