Stadtentwicklung: „Absolute Transparenz steht im Vordergrund“
RIED. Bei der Stadtentwicklung soll die Rieder Bevölkerung im Agenda-21-Prozess „Zukunft Ried“ mitreden und mitarbeiten. Tips fragte Bürgermeister Bernhard Zwielehner nach den bisherigen Ergebnissen und weiteren Plänen.

Tips: Wie weit ist das Projekt „Zukunft Ried“ fortgeschritten?
Zwielehner: Wir haben seit Sommer 2022 insgesamt 37 Veranstaltungen und zwei Bürgerumfragen – sowohl online als auch offline – durchgeführt. Daran haben über 2.000 Menschen teilgenommen. Für eine 12.000-Einwohner-Stadt ist das eine enorme Beteiligung. Bei diesen Befragungen und Diskussionen haben wir über 1.200 Punkte gesammelt: Ideen, Feedback, Wünsche – eine Excel-Liste mit 1.294 Zeilen. Diese werden jetzt in der Verwaltung und Politik evaluiert und bearbeitet – ein Prozess, der uns durchaus fordert.
Die Parkraumanalyse und die Verkehrsanalyse mit einem Modell des Rieder Durchgangsverkehrs sind im Endstadium. Die Klimaanalyse ist bereits erstellt und bildet die Basis unserer Zukunftsplanungen in diesem Bereich. Wir werden auch eine Sozialraumanalyse durchführen.
Bei allem steht absolute Transparenz im Vordergrund. Wir werden alle Studien auf der Website der Stadt veröffentlichen.
Tips: Lässt sich aus den 1.200 Punkten ein Trend herauslesen?
Zwielehner: Thematisch sind wir sehr breit aufgestellt. Eine allgemeine Message in der ganzen Stadt ist: ‚Viel Verkehr ist unangenehm.‘ Deswegen werden wir uns Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung überlegen.
Tips: Welche anderen Schwerpunkte wird es geben?
Zwielehner: Eine große Rolle wird das Klima spielen. Wir sind für unser Stadtklima selbst zuständig – je mehr wir bauen und je weniger Grün wir in der Stadt haben, desto wärmer wird es. Aber wir wollen die Durchschnittstemperaturen nicht weiter steigen lassen – ich rede noch gar nicht vom Senken. Bei diesen Maßnahmen ist wichtig, dass jeder sich das leisten kann – auch die Stadt.
Die Stadt ist unser Wohnzimmer. Sie soll für Bewohner schöner und für Geschäfte attraktiver werden und gleichzeitig das Zentrum und der Treffpunkt für den Bezirk und darüber hinaus bleiben.
Tips: Wie sieht der Zeitplan für die nächsten Schritte aus?
Zwielehner:Das Stadtentwicklungsforum zieht in den nächsten Tagen vom Rossmarkt in die Wohlmayrgasse um. Für den gesamten Prozess, der im Sommer 2022 begonnen hat, sind zwei Jahre veranschlagt. Das ist eine wertvolle Zeit, um die Zukunft der Stadt zu gestalten. Ab Herbst bis Anfang 2024 werden wir wieder in die Stadtteile gehen und in Projektcafés die Ergebnisse präsentieren. Ein Ziel ist, dass wir schon Ende 2023 erste Grundsatzbeschlüsse fassen können.


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