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RIED. Franz Schellhorn, der Leiter des Thinktanks Agenda Austria, war Gastredner beim Wirtschaftsempfang der Sparkasse Ried-Haag am 23. Jänner, zu dem rund 400 Gäste in die Aula des Bundesschulzentrums gekommen waren.

Franz Schellhorn machte Vorschläge zur Überwindung der Wirtschaftskrise. (Foto: Tips / Horn)
  1 / 2   Franz Schellhorn machte Vorschläge zur Überwindung der Wirtschaftskrise. (Foto: Tips / Horn)

Schellhorn stellte in seinem Referat in Kurzform den von Agenda Austria erarbeiteten „Plan A für Österreich“ vor, der Wege aus der Wirtschaftskrise aufzeigt, die zumeist der neoliberalen Ausrichtung des Thinktanks folgen.

Er begann mit der Analyse der Probleme. Österreich komme schlechter aus Krisen, so Schellhorn, „weil wir die Krisen nicht wirken lassen“. Zudem könnte die Produktivitätssteigerung nicht mehr auffangen, dass die Europäer im Vergleich zu den USA „zu wenig“ arbeiteten. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden liege in Österreich aktuell noch immer unter dem Wert vor Corona. Zudem gingen seit 2018 mehr Personen in Pension als neu in den Arbeitsmarkt kommen.

Die USA dominierten die Zukunftsbranchen, während Europa in selbstgemachter Bürokratie ersticke. Außerdem: „Wir deindustrialisieren uns mit teurer Energie.“

Lösungen aus aller Welt

Für die aktuellen Probleme gäbe es Lösungen, die in anderen Ländern bereits erfolgreich umgesetzt würden, meint Schellhorn.

Österreich müsse den Haushalt sanieren wie Griechenland, Ausgaben dauerhaft bremsen wie die Schweiz, und Arbeit besteuern wie Polen, wo es eine zweistufige Flat Tax gibt. Bei der Sicherung der Pensionen solle man sich an Schweden orientieren, bei der betrieblichen Altersvorsorge an Dänemark.

Es müsse Wachstumskapital bereitgestellt werden wie in den USA und das Wohneigentum gefördert werden wie in den Niederlanden. „Umstritten“, das gab auch Schellhorn zu, sei der Vorschlag einer weitgehenden Deregulierung wie in Argentinien, wo rund 1.000 Regulierungsvorschriften gestrichen, aber auch 33.000 Beamte entlassen wurden.

Darüber hinaus sollten Schulen nach dem englischen Beispiel reformiert werden, wo unter anderem alle Eltern wissen, wie die Schulen bei Bildungstests abschneiden. Und es brauche eine frühkindliche Bildung wie in Finnland.

„Ein paar Monate später in Frühpension“

Das Pensionssystem müsse reformiert werden, aber nicht durch Kürzungen oder höhere Beiträge, sagt Schellhorn: „Wir müssen es schaffen, ein paar Monate später in Frühpension zu gehen.“ Außerdem sollte das Pensionsantrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Das sei derzeit in Österreich kein Thema, obwohl etwa ein Viertel des gesamten Haushalts für das Defizit bei den Pensionen aufgewendet werde. Schellhorn bezeichnete es als absurd, dass gerade Pensionistenvertreter, die von neuen Regelungen nicht mehr betroffen würden, gegen Reformen seien.

Rückblick und Ausblick

Vor Schellhorns Referat blickten Sparkasse-Direktorin Elfriede Mild-Sejkora und Direktor Christian Haid kurz auf 2024 zurück, das ein „herausforderndes Jahr“ war.

Die Sparkasse Ried-Haag verzeichnete im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung bei den Einlagen – ein Zeichen, dass sich die Kunden mit Finanzierungen zurückhielten und den Fokus auf Liquidität legten. Gleichzeitig konnte die Sparkasse ihre Eigenkapitalausstattung verbessern.

„2025 wird weiter spannend bleiben“, sagte Mild-Sejkora. Das Ende der KIM-Verordnung mit ihren strengen Kriterien für Wohnbaukredite begrüßt Haid: „Dann können wir mit den Kunden wieder normale Gespräche führen.“

Führungswechsel

Einen Führungswechsel gibt es bei der Sparkasse: Direktorin Elfriede Mild-Sejkora wird Mitte des Jahres in den Ruhestand gehen. Ihr Nachfolger wird Stefan Knödlstorfer, derzeit Leiter Risikomanagement bei der Sparkasse Frankenmarkt.


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