„Lernt man sich gegenseitig verstehen, müssen keine Grenzen errichtet werden“
GUGLWALD. Drei Schülerinnen der BBS Rohrbach beteiligten sich an der feierlichen Wiedereröffnung des Mahnmals Eiserner Vorhang in Guglwald, das neu gestaltet wurde.

Schon seit einigen Jahren wird in der HAK Sprachen an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Tschechisch als dritte lebende Fremdsprache unterrichtet. In dieser Tschechischgruppe erarbeiteten die Schülerinnen Beate Satzinger, Julia Fröschl und Daniela Wolf Erwartungen und Hoffnungen für ein friedliches Zusammenleben zwischen den Tschechen und Österreichern und für ganz Europa. „Lernt man sich gegenseitig zu verstehen und für den Ländernachbarn zu interessieren, müssen keine Grenzen mehr errichtet werden“, meinte Daniela. Gute Nachbarschaft hängt für die Mädchen mit guter Kommunikation, gegenseitiger Unterstützung und Respekt allen gegenüber zusammen.
Die BBS-Schülerinnen beschäftigt daher auch die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Nur gemeinsam und friedlich könne Europa dieses schwerwiegende Problem lösen, sind sie überzeugt. Ihre Lehrerin Isabella Übermasser ergänzte, dass dank der vielen schulbezogenen Projekte und Schüleraustauschen schon viele Kontakte und Freundschaften mit den Nachbarn entstanden sind.
Neben den Rohrbacher Jugendlichen zeigten auch Schüler aus Krumau und dem BORG Bad Leonfelden beim Festakt ihre Erwartungen und Wünsche für eine gute Nachbarschaft auf. Die tschechischen Schüler haben für die Neugestaltung des Mahnmals die deutschsprachigen Texte in die tschechische Sprache übersetzt.
Historischen Ballast abwerfen
Für den Obmann des Vereins „Mahnmal Eiserner Vorhang“, Staatssekretär Helmut Kukacka ist dieses Projekt ein starkes Signal für grenzüberschreitende gute Nachbarschaft, bei dem es auch darum ging, Ressentiments und Vorurteile abzubauen, den historischen Ballast zu beseitigen. „Ein gemeinsames Europa, die Überwindung der Grenzen in unseren Köpfen werden weiter wichtige Aufgaben unserer Jugend sein“, betonte Kukacka.
Landeshauptmann Josef Pühringer erinnert das Mahnmal nicht nur an den Mut der tschechischen Nachbarn, die kommunistische Diktatur und damit den Eisernen Vorhang zum Einsturz gebracht zu haben, sondern auch an ein vor 26 Jahren hier gegebenes Versprechen zwischen Tschechen und Österreichern: „Wir müssen auch in Zukunft daran arbeiten, gute Nachbarn zu sein und nie mehr Zäune zwischen uns zu errichten.“ Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist dabei die Erarbeitung eines gemeinsamen Geschichtsbuchs.


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