Lösung für Übergangswohnung gefunden: Jugendhilfe übernimmt Finanzierung
ROHRBACH-BERG. Das Frauennetzwerk gibt die Verantwortung für die vor knapp zwei Jahren initiierte Übergangswohnung für von Gewalt bedrohte Frauen ab: Künftig stellt die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft die Finanzierung, ein von ihr bestellter Verein übernimmt die Trägerschaft. Damit ist der Fortbestand, wenn auch in etwas abgeänderter Form, in Zukunft gesichert.

Die Finanzierung der Übergangswohnung war für das Frauennetzwerk jedes Jahr eine große Belastung, Ende 2014 stand die Einrichtung sogar kurz vor dem Aus. Die jetzt gefundene Lösung ist „ein wirkliches Weihnachtsgeschenk“, freut sich Frauennetzwerk-Leiterin Jutta Müller: „Ich bin froh, diese finanzielle Last unserem kleinen Verein nicht mehr aufbürden zu müssen. Und vor allem, dass die Wohnung erhalten bleibt.“
Künftig dient die Übergangswohnung als kurzfristige Bleibe für junge Frauen oder Mütter mit minderjährigen Kindern, die sich in Krisensituationen befinden. „Das muss nicht unbedingt häusliche Gewalt sein“, erläutert Müller, „immer wenn Wohnen daheim nicht mehr möglich ist, steht die Wohnung zur Verfügung.“ Damit wurde das Konzept ausgeweitet. Eine Gruppe fällt allerdings raus, bestätigt die Netzwerk-Leiterin: „Alleinstehende Frauen oder Mütter mit erwachsenen Kindern werden nicht mehr Platz haben. Diese sind aber flexibel und können bei Bedarf auch im Frauenhaus Unterstützung holen.“ Im zu Ende gehenden Jahr war die Übergangswohnung statistisch betrachtet an jedem zweiten Tag belegt, die Durchschnitts-Aufenthaltsdauer lag bei drei Monaten.
Bezirkshauptfrau Wilbirg Mitterlehner freut sich, dass mit der organisatorischen Veränderung dieses Angebot speziell für Frauen im Bezirk eine Zukunft hat. Für die Kinder- und Jugendhilfe ergeben sich dadurch gute Möglichkeiten der Unterstützung.
Agieren statt reagieren
Die Verantwortlichkeit legt das Frauennetzwerk zwar in andere Hände, „wir werden aber weiterhin den Betroffenen mit unseren Angeboten zur Seite stehen“, bestätigt Jutta Müller. Künftig könne man die Energie wieder verstärkt in die eigentliche Kernaufgabe, die Prävention stecken und „wir müssen nicht nur Feuerwehr spielen.“


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