Neues System in der Notaufnahme: LKH Rohrbach gibt kritisch Kranken den Vorrang
ROHRBACH-BERG. Je schwerer die Erkrankung, desto schneller wird man behandelt: So lautet seit Einführung des „Manchester-Triage-Systems“ die Devise beim Eintreffen von Patienten im Rohrbacher Krankenhaus. Ziel ist eine faire Reihenfolge für die Patienten und die rasche Behandlung, wenn diese notwendig ist.

Kritisch Kranke sollen nicht unnötig lange auf Hilfe warten müssen, während weniger schwere Fälle Behandlungskapazitäten von Ärzten und Pflegekräften binden. „Mit der Einführung des Manchester-Triage-Systems in elektronischer Form am LKH Rohrbach bieten wir unseren Patienten die Sicherheit, nach Dringlichkeit ihrer Beschwerden behandelt zu werden“, betont Diplomkrankenpflegerin Bettina Leitner, Pflegeleiterin der Zentralen Aufnahme.
Fünf Dringlichkeitsstufen
Beim „Manchester-Triage-Systems“ (MTS) handelt es sich um ein standardisiertes Verfahren zur Ersteinschätzung der Patienten beim Eintreffen in der Notaufnahme. Der Patient wird nach verschiedenen Symptomen (Lebensgefahr, Schmerzen, Blutverlust, Bewusstsein, Temperatur, Krankheitsdauer) eingeschätzt und dementsprechend einer von fünf Dringlichkeits-Stufen zugewiesen. Stufe 1 bedeutet eine sofortige Behandlung mit keiner Wartezeit, Stufe 5 bedeutet eine nicht dringende Notwendigkeit der Behandlung – die Betroffenen müssen mit einer Wartezeit von bis zu zwei Stunden rechnen. Leitner ist von diesem System überzeugt: „Die Wartezeit der Patienten richtet sich nach der Behandlungsdringlichkeit und nicht nach dem Eintreffen in der Zentralen Aufnahme.“
Europaweit erprobt
Das Landeskrankenhaus Rohrbach ist das erste kleinere Krankenhaus der gespag, das mit dem MTS arbeitet. In Oberösterreich wird dieses System bereits in Steyr und Vöcklabruck erfolgreich eingesetzt. Europaweit wird es seit Mitte der 1990er-Jahre ausgehend vom englischen Manchester zunehmend in Krankenhäusern eingeführt.


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