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6,1 Einsätze pro Tag: Rohrbachs Feuerwehrer leisten so viel wie 210 Vollzeitmitarbeiter

Martina Gahleitner, 08.04.2017 09:46

BEZIRK ROHRBACH. Knapp 400.000 Stunden haben die Kameraden der Rohrbacher Feuerwehren im Vorjahr freiwillig für die Bevölkerung geleistet. Stunden, die vom persönlichen Zeitkonto investiert werden - und auf dieses müssen die Feuerwehrer verstärkt achten.
 

  1 / 8   Für Brände und Unfälle haben die Feuerwehrer aus dem Bezirk Rohrbach gut 2200 Stunden investiert. Das ist nur ein Bruchteil der Gesamtjahresleistung.

Mit genau dieser Bitte an seine Kameraden schloss Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Bröderbauer gestern Abend die Bezirkstagung im Centro: „Schaut's auf euer persönliches Zeitkonto, damit auch in Zukunft genügend Zeitressourcen zur Verfügung stehen.“ Es sei ein ehrenamtlicher Zeitschatz, den die Feuerwehrer der Bevölkerung zur Verfügung stellen. „Viele tauende wertvolle Stunden werden investiert - diese kommen vom eigenen Freizeit- und Urlaubskonto, vom Zeitkonto der verständnisvollen Familien, Chefs und Arbeitskollegen.“

Enormes Leistungspensum

Die Statistik vom Feuerwehrjahr 2016 machte die beeindruckende Leistung deutlich: Allein für Einsätze haben 13.473 Kameraden knapp 30.000 Stunden aufgebracht. Im Durchschnitt gab es pro Tag 6,1 Einsätze. Dabei machen Unfälle oder Brände nur einen geringen Anteil (7,5 Prozent) an der Jahresleistung aus. Mit den zahlreichen Übungen, Ausbildungen, Bewerben und organisatorischen Aufgaben summierte sich die Gesamtleistung auf 398.000 Stunden. Martin Hackl brachte es auf den Punkt: „Die erfassten Arbeits-, Übungs- und Einsatzstunden entsprechen einer Unternehmensleistung von rund 210 Vollzeitmitarbeitern - und das freiwillig, kompetent und rund um die Uhr.“

Freiwilligkeit hat Grenzen

Für Landesfeuerwehrkommandant Wolfgang Kronsteiner braucht es neben der Begeisterung für die Feuerwehr auch Eigenverantwortung, um die Herausforderungen auch in Zukunft zu meistern: „Die Feuerwehrer müssen schauen, dass sie sich nicht selber überfordern. Da braucht es persönliches Augenmaß. Denn in einem freiwilligen System muss man sagen können, bis daher und nicht weiter.“

Etwa ein Viertel der Einsätze finden während der Arbeitszeit statt. „Da kann es schon vorkommen, dass 20 Leute weg müssen“, meinte Klaus Winklhofer, Betriebsleiter bei Leripa in Oepping, wo etwa 20 Prozent der 250  Mitarbeiter aktive Feuerwehrer sind. „Das war aber noch nie ein Problem, sie melden sich einfach ab und gehen zum Einsatz.“ Winklhofer, selbst Kommandant der FF Dietrichschlag in Bad Leonfelden, wünschte sich allerdings eine politische Lösung, um Ausfallzeiten abzugelten.

Bereit für die Feuerwehr-WM

Bewerbsmäßig steht für die Floranis ein spannendes Jahr bevor. Denn von 9. bis 16. Juli findet die Feuerwehr-WM in Villach statt, für die sich die St. Martiner mit einem Doppel-Bundessieg im Vorjahr qualifiziert haben. „Wir möchten Weltmeister werden“, nannte Manfred Gattringer das hehre Ziel. Dafür wird schon jetzt eifrig trainiert, und das benötigte „Eitzerl Glück“ muss sich halt dann einstellen.

Auch die Jugendgruppe aus St. Martin ist dank dem dritten Platz beim Bundesbewerb bei der Weltmeisterschaft in Villach am Start. Unterstützer und lautstarke Anfeuerer sind dort gerne gesehen.

Kameraden geehrt

Die gut besuchte Bezirkstagung bot auch die passende Kulisse, um verdiente Kameraden zu ehren: Christian Hintringer (FF Hofkirchen) erhielt die Bezirksmedaille in Gold. Das Verdienstzeichen 3. Stufe gab es für Martin Wakolbinger (FF Rohrbach), Martin Hackl (FF Putzleinsdorf), Manfred Lanzerstorfer (St. Martin) und Siegfried Kepplinger (FF St. Martin). Zum Ehrenoberamtswart wurde das „Urgestein am Funksektor“ Bertl Peer (FF Sprinzenstein) ernannt. Und das Landesverdienstkreuz 1. Stufe gab es für den 20 Jahre als Landesfeuerwehr-Arzt tätigen Lothar Leitner (FF Niederranna).


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