Barhuf-Expertin: Wegen ihres kranken Pferdes krempelte sie ihr Leben um
ROHRBACH-BERG. Weil ihr eigenes Pferd Sisco unter einer schlimmen Hufkrankheit litt, beschäftigte sich die gelernte Friseurin Beate Stifter (52) intensiv mit dem Thema Hufgesundheit. Der Drang, Pferden und ihren Besitzern zu helfen, führte dazu, dass sie ihr Leben komplett neu ordnete.

„Ich hatte alles probiert weil Siscos Hufzustand schlimm war, aber nichts hat geholfen. Die Tierärzte wussten nicht mehr weiter. Da lernte ich eine Huf- orthopädin kennen, die mir vorschlug, Siscos Hufeisen zu entfernen“, erinnert sich die gebürtige Bayerin zurück. Es sollte noch ein Dreivierteljahr voller Zweifel und teurer Behandlungen vergehen, ehe sie – nach dem Motto „wenn man verzweifelt ist, probiert man alles“ – den Schritt zum Barhuf wagte. Und siehe da, langsam aber stetig besserte sich der Hufzustand, das Gangbild – ja, das ganze Pferd. Ein MRT in einer Pferdeklinik zeigte dann: Die Diagnose der befreundeten Huforthopädin, die heute ihre Kollegin ist, war goldrichtig. Heute ist Beate Stifter sich sicher: „Die schlimme Hufsituation ist durch die Eisen erst entstanden.“
Traum erfüllt
Sisco leidet zwar noch immer an dem chronischen Problem, kann damit aber inzwischen gut auf dem Pferdehof in Krien leben. Dort hat sich Beate Stifter mit ihrem Mann 2013 den Traum vom eigenen Hof erfüllt. Und weil sie die Fortschritte mit den richtig behandelten, unbeschlagenen Hufen am eigenen Pferd erleben durfte, reifte in ihr ein Entschluss: „Ich dachte mir: Wenn es so einfach ist, einem Pferd zu helfen, dann möchte ich das auch lernen!“ Ihren Job bei einer Versicherung gab sie auf und absolvierte stattdessen die Ausbildung zur Huforthopädin. Später folgten noch Weiterbildungen zur Ernährungstherapeutin für Pferde und zur Pferde-Energetikerin.
Vorausschauend arbeiten statt korrigieren
„Das Besondere an Barhuf ist, dass wir den Pferdefuß nicht mit angepassten Hufeisen korrigieren sondern, dass wir den Fuß vorausschauend bearbeiten. Das heißt, ich schaue mir an, wie das Pferd natürlicherweise steht und geht. Das gibt die notwendige Hufform vor.“ Die Gefahr, dass die Pferdebesitzer dann aber selber an den Hufen herumzuraspeln beginnen sei leider groß, deshalb appelliert sie: „Man kann auch sehr viel verkehrt machen und Hufprobleme durch falsche Behandlungen auch herzüchten. In manchen Fällen haben Hufeisen durchaus auch ihre Berechtigung, etwa bei bestimmten Krankheiten oder wenn der Stallboden einen so starken Abrieb am Huf verursacht, dass dieser mit dem Nachwachsen nicht nachkommt.“
Kurse am Hof
In Kursen auf ihrem Pferdehof vermittelt sie Grundlagen zur Barhuf-Pferdehaltung oder auch zur Ernährung der Tiere. Ein großes Anliegen ist ihr die gute Kooperation mit den örtlichen Tierärzten, um das Thema Barhuf noch bekannter zu machen.


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