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ROHRBACH. Aktuell wird es im Garten noch einmal richtig arbeitsreich. Bäume auslichten, Hecken zurückschneiden und Beete umgraben – dabei kann rasch etwas schiefgehen. Die meisten Gartenunfälle passieren im Herbst. Welche Blessuren selbst versorgt werden können und wann der Weg ins Krankenhaus nötig ist, weiß Unfallchirurgin Verena Lüthje vom Landeskrankenhaus Rohrbach.

Bei der Gartenarbeit kann schnell was schiefgehen. Foto: adriaticfoto/Shutterstock.com
Bei der Gartenarbeit kann schnell was schiefgehen. Foto: adriaticfoto/Shutterstock.com

„Schon Stürze aus eineinhalb bis zwei Meter Höhe können lebensgefährlich sein, wenn Kopf oder Rücken betroffen sind“, berichtet Lüthje. Festes Schuhwerk mit guten Sohlen, stabile Leitern und ein sicherer Stand der Aufstiegshilfe sind unumgänglich. Aber auch wenn nach dem Unfall im ersten Moment alles in Ordnung zu sein scheint, ist es nicht ratsam gleich aufzuspringen. „Besonders wenn man auf dem Rücken gelandet ist und akut keinen Schmerz empfindet, macht es Sinn, kurz liegen zu bleiben und in den Körper hineinzuspüren“, so die Expertin.

Nicht unterschätzen!

Stolpert man über Werkzeug, ist schnell ein Gelenk „verknackst“. Eine Verletzung die gerne unterschätzt wird, weiß Unfallchirurgin Lüthje: „Handelt es sich um eine leichte Form der Verstauchung, reicht es die betroffene Stelle zu kühlen und hoch zu lagern. Treten sehr starke Schmerzen auf, kann es sich auch um einen Bänderriss oder einen Bruch handeln, der rasch diagnostiziert werden muss, um Nachfolgebeschwerden zu verhindern.“

Dicht gefolgt von Stürzen sind Schnittverletzungen, die sich leicht entzünden können. „Bei klaffenden, tiefen Wunden, die stark bluten oder stark verschmutzt sind, tieferen Stichwunden und bei größeren Abschürfungen ist die Fahrt ins Krankenhaus unumgänglich“, betont die Fachärztin. In jedem Fall ist ein guter Tetanus-Schutz wichtig.

Gutes Training

Die positiven Aspekte der Gartenarbeit: Die letzten warmen Tage können genutzt werden, um sich an der frischen Luft zu bewegen. „Viele unterschiedliche Bewegungen und Belastungen bei der Arbeit sind ein gutes Training, um die Belastbarkeit des Körpers zu verbessern“, sagt Gunther Mittermayr, leitender Physiotherapeut des LKH Rohrbach. Neben allen Vorsichtsmaßnahmen ist der wichtigste Rat, auf die Entspannung nicht zu vergessen: „Ruhiges, entspanntes Arbeiten ohne Stress, viele Pausen und das realistische Einschätzen der eigenen körperlichen Möglichkeiten sind die beste Voraussetzung, um Unfälle zu vermeiden“, schließt Gunther Mittermayr.


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