Geschwächte Fichte ist für den Borkenkäfer ein leichtes Fressen
BEZIRK ROHRBACH. Schreitet die Klimaerwärmung weiterhin so rasch voran, hat die Fichte unter 600 Meter Höhe keine Überlebenschance: Davon sind Fachleute überzeugt. Der heurige Sommer zeigte deutlich, welche Auswirkungen Hitze und Trockenheit auf den heimischen Wald haben – noch immer liegt viel Schadholz in den Wäldern, denn in den geschwächten Bäumen hat der Borkenkäfer ein leichtes Spiel.

Gleich zwei Borkenkäfer-Arten, die beide bei warmen Temperaturen äußerst aktiv sind, machen den Waldbauern das Leben schwer: Während der Buchdrucker in die Rinde geht, befällt der Kupferstecher die Fichten im Kronenbereich. Letzter ist vor allem in den südlichen Teilen des Bezirkes anzutreffen: „Unter 600 Meter sind Fichten aller Altersklassen besonders gefährdet“, weiß Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker. „Der Hitzesommer mit der extremen Trockenheit war für den Wald eine große Belastung. Dazu kam, dass heuer ein Blütenjahr von Fichten war und diese sehr viele Fichtenzapfen zu tragen hatten. Das hat die Bäume zusätzlich geschwächt.“
Nur ein Mischwald bringt Stabilität
Ecker hofft auf einen kalten Winter und ausreichend Niederschläge, damit sich der Wald wieder erholen kann. „Ein stabiler, gesunder Wald für die Zukunft kann nur als Mischwald mit Buchen, Eichen und mindestens 30 Prozent Tannen funktionieren“, ergänzt er. Vor allem die Tanne wäre eine Alternative für die anfällige Fichte, die nach wie vor der wichtigste Wirtschafts-Baum ist.
Schwierige Preissituation
Die deutlich erhöhten Käferholz-Mengen sorgen nicht nur dafür, dass die Abfuhr aus den Wäldern stockt, sondern auch für niedrigere Preise: Für das vierte Quartal wurden die Preise für Sägerundholz bei einem Großteil der Abnehmer um fünf Euro pro Festmeter abgesenkt. „Daher ist es wichtig, geplante Normalnutzungen vorerst zurückzustellen“, rät der Obmann des Bäuerlichen Waldbesitzerverbandes OÖ, Franz Kepplinger aus St. Martin. Er empfiehlt in den nächsten Wochen die Laubwertholz- und Laubfaserholzproduktion, „speziell Laubsägerundholz ist derzeit gut nachgefragt.“ Entscheidend sei, dass der Schnittholzabsatz nicht einbricht, „daher sollte noch viel stärker auf Holz am Bau gesetzt werden“, betont Franz Kepplinger.
Landeswaldbauerntag
„Holzverwendung am Bau“ ist auch eines der Themen beim Landeswaldbauerntag am 12. November in der Kürnberghalle in Leonding. Referent ist Erwin Thoma – ein Holzbau-Pionier, erfolgreicher Unternehmer und Buchautor. „Wir hoffen, dass wir durch die gemeinsame Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit den Holzbau in Österreich noch weiter steigern und auch etablieren können. Denn der Rohstoff wächst in ausreichender Menge ständig nach“, sagt Kammerrat Kepplinger.
Der zweite Fachvortrag dreht sich um den Waldboden als Grundstein jedes Holzwachstums. Darüber spricht der stellvertretende Leiter des Bayrischen Amtes für Saat- und Pflanzenzucht, Rudolf Baier.


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