Schönegger sammeln Unterschriften gegen möglichen Bezirkswechsel
SCHÖNEGG. Eine Initiative gegen einen möglichen Bezirkswechsel der Gemeinde hat sich in Schönegg gebildet. Mit einer Unterschriftenliste gehen die Mitglieder dort von Haus zu Haus, um die Bevölkerung für ihre Sache zu gewinnen.

Die Schönegger Bevölkerung wird im Zuge der gestern in Linz fixierten Fusionspläne (Tips berichtete) vor die Wahl gestellt werden, ob sie lieber mit Vorderweißenbach im Bezirk Urfahr-Umgebung oder Helfenberg im Bezirk Rohrbach fusionieren wolle. Der mögliche Bezirkswechsel stößt nicht überall in der Gemeinde auf Gegenliebe: „Unsere Bedenken sind groß und wir wollen nicht einfach überfahren werden“, sagt Mitinitiator Franz Hasengschwandtner aus Köckendorf.
Offene Fragen
Das derzeitige fünfköpfige Komitee sieht nicht nur die Gefahr eines Identitätsverlustes, es sprächen auch einige praktische Gründe dagegen, wie zum Beispiel die Abfallentsorgung: „Im Bezirk Urfahr-Umgebung gibt es zum Beispiel keine Papierabholung und wir befürchten auch, dass wir künftig unseren Strauchschnitt nicht mehr zur benachbarten Kompostieranlage bringen dürfen“, spricht Hasengschwandtner für die Skeptiker. Weite Wege nach Linz bei Behördengängen oder auch die Tatsache, dass ein Teil Schöneggs sowieso zur Pfarre Helfenberg gehöre, sind weitere Argumente, die vorgebracht werden. Die Gemeinde locke die Bevölkerung mit Versprechen wie einem neuen Feuerwehrauto für die Feuerwehr Piberschlag und verspreche sich in Urfahr-Umgebung mehr finanzielle Zuwendung.
„Damit man uns nicht falsch versteht: Wir sind sicher nicht gegen eine Fusion, sondern nur gegen den Bezirkswechsel!“, stellt Hasengschwandtner klar. Die Bevölkerung sei über die Vor- und Nachteile eines Wechsels aber nicht ausreichend informiert.
„Kein Gespräch gesucht“
Bürgermeister Peter Pagitsch ist ob der Vorgehensweise der Unterschriftensammler verärgert: „Ich finde es schade, dass hier nicht einmal das Gespräch mit uns gesucht wurde. Da werden Halb- und Unwahrheiten von Haus zu Haus getragen, die einfach so nicht stimmen. Zum Beispiel haben wir schon mit dem Abfallverband vereinbart, dass es im Falle eines Wechsels nach Vorderweißenbach die Papierabfuhr wie gewohnt weiter geben wird und auch die Kompostieranlage sowie das Altstoffsammelzentrum in Helfenberg dürften weiterhin wie gewohnt von den Schöneggern genutzt werden. Auch der ärztliche Notdienst, die Rettung und natürlich die Pfarrgrenzen bleiben gleich. Jeder darf weiterhin dort in die Kirche gehen wo er möchte.“
Vieles bereits geklärt
Auf viele der von den Kritikern vorgebrachten Argumente gebe es bereits Antworten. Diese werden gesammelt und als Liste der Bevölkerung bei den geplanten Informations- und Abstimmungsabenden übergeben. „Dort hat natürlich jeder die Möglichkeit, offene Fragen noch einmal anzusprechen“, betont Pagitsch.
Ärger über vermeintlichen Abstimmungsmodus
Eines ist der Initiative aber ein besonderer Dorn im Auge: „Wir haben gehört, dass per Handzeichen direkt im Wirtshaus vor den Augen aller Anwesenden abgestimmt werden soll, mit welcher Gemeinde man fusionieren will. Das ist auf keinen Fall demokratisch und alle, die nicht kommen können, hätten keine Möglichkeit sich zu äußern.“ Außerdem hätten Hasengschwandtner und auch einige Nachbarn nicht einmal eine Einladung zu den ersten Informationsveranstaltungen erhalten.
Jeder kann Meinung kundgeben
Dies dementiert Bürgermeister Pagitsch umgehend: „Die Einladungen wurden per Post versendet und wir haben das auch überprüft. Für alle Fälle werden aber die Einladungen für die weiteren Dorfabende per Brief an jeden persönlich verschickt.“ Auch das Wahlverfahren werde keineswegs öffentlich sein: „Die Abstimmung findet zwar für die Anwesenden bei den Dorfabenden statt aber natürlich geheim und per Stimmzettel. Für all jene, die nicht mobil oder verhindert sind wird es eine Art fliegende Wahlkommission geben, bei der auch Vertreter aller Fraktionen mitfahren werden. Uns ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung ernst genommen fühlt“, sagt der Bürgermeister, und resümiert: „Es tut mir sehr leid, dass nach der guten Dynamik zu Beginn der Fusionsgespräche nun so eine Unruhe einkehrt. Wir alle dürfen aber eines trotz allem nicht vergessen: Wir sollen uns auch nachher wieder in die Augen schauen können!“


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09.05.2017 23:53
immer wieder witzig - nichts wissen, nur auf Gerüchten eine Initiative aufbauen, anstatt einfach mal nachzufragen od. die Dorfabende abwarten...und Helfenberg bekommt ein Feuerwehrauto damit sie mit Ahorn vielleicht doch zusammengehen...die Pfarrgrenzen gibts jetzt auch schon "bezirksübergreifend" in einem anderen Teil der Gemeinde Schönegg (und die haben das schon Jahrzehnte "überlebt")...und bei den ersten Informationsabenden - was man so hört, hat nicht viel für Helfenberg gesprochen...aber jetzt ist die Tarock-Connection munter geworden und versucht mit Gerüchten einen konstruktiven Prozess zu verzögern und einige zu verunsichern...das Hemd ist halt näher als der Rock (und das Hirn)
09.05.2017 18:00
Feuerwehrauto bleibt sowieso in Piberschlag!!! Hat nichts mit Gemeindefusion zu tun.
09.05.2017 16:33
Pro Vorderweißenbach
Helfenberg und Ahorn sind Abgangsgemeinden und werden es auch bleiben. Die Politik hat in diesen Gemeinden total versagt und alles verschlafen. In Schönegg wurden viele günstige Baugründe geschaffen und die Gemeinde hat es geschafft eine Zuzugsgemeinde zu werden. Warum sollte man mit diesen Gemeinden fusionieren? Darum bin ich für VWB.