Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

HASLACH. Mehr als 1000 Schüler hat Erich Hetzmannseder in den vergangenen 35 Jahren ein Stück ihres Schulweges begleitet – zuerst als engagierter Lehrer, ab 1990 als Direktor der heutigen Technischen Fachschulen in Haslach. Am 28. Februar tritt er seine wohlverdiente Pension an. Tips schaute mit ihm auf die bewegte Zeit in einer Schule voller Veränderungen zurück.

Foto: Hanner
Foto: Hanner

„Eigentlich wollte ich ja mal Polizist werden“, schmunzelt Hetzmannseder. 1983 verschlug es ihn an die damalige Textile Fachschule Haslach, wo er aber schnell merkte, dass das Lehrersein genau das Richtige für ihn war. 1990, als er dann Direktor der kleinen Schule wurde, sah er den Wandel in der Textilbranche bereits kommen: „Die Textilindustrie verschwand schön langsam in Europa. Ich wollte nicht weiter Leute ausbilden, die hier keine Zukunft mehr haben, auch wenn damals die Schule noch ganz gut lief. Das gesamte Kollegium davon zu überzeugen, dass wir in unserer Ausbildung etwas ändern müssen, war eine der größten Herausforderungen in dieser Zeit“, erinnert er sich.

Weltweit einzigartig

2001 führte er den zweiten Schulzweig Informationstechnik (IT) ein. Die Wahl fiel darauf, weil die Schule im Computerbereich damals schon besonders fortschrittlich war: „Wir waren im Gewebebereich die einzige Schule weltweit, die vollelektronisch produzieren konnte. Viele Lehrer waren mit IT bestens vertraut.“

Spannende Zeiten

Von anfangs sechs Lehrkräften 1990 wuchs deren Zahl auf heute 17 an. „Die Zeit der Umstellung war für alle spannend“, schmunzelt Hetzmannseder, „Ein Lehrer unterrichtete zum Beispiel zwei Tage in der Woche bei uns und drei Tage in Wien. Die Zugfahrten nutzte er immer dazu, um die Arbeiten zu verbessern. Wir hatten auch diverse Informatiklehrer aus Linzer Schulen, die bei uns ausgeholfen haben. Generell kann ich sagen, dass mein ganzes Direktoren-Dasein spannend war.“ 2008 kam dann noch der Mechatronik-Zweig dazu, die letzten Textil-Absolventen verließen 2010 die Schule. Damit waren erst einmal knapp 130 Jahre Webereischule in Haslach Geschichte. Doch Hetzmannseder verstand es geschickt, die Schule in ihre jetzige Zukunft zu führen, auch wenn er zugibt, dass sein Herz nach wie vor am Textilen hängt.

Mehr als eine Ausbildung

„Heute bin ich besonders stolz, dass wir die einzige Fachschule für Mechatronik in Oberösterreich sind. Stolz bin ich auch, wenn ich sehe, dass aus den Absolventen was wird. Da merke ich, dass wir am richtigen Weg sind und dass wir ihnen das Rüstzeug für eine gute Zukunft mitgeben können. Aber mir war es auch immer ein Anliegen, ihnen etwas mehr zu vermitteln: eine gewisse Arbeitshaltung, Selbstständigkeit, Menschlichkeit.“ Am 28. Februar wird er den Schulschlüssel an seine Nachfolgerin Hildegard Prem übergeben.

Ich packe meinen Koffer...

Für die Pension hat Erich Hetzmannseder sich nicht viel vorgenommen. Den Jakobsweg will er gehen, er will nicht versumpfen – weder körperlich noch geistig. „Aber wer weiß, vielleicht pack“ ich noch mal mein Schultasche und studiere. Geschichte hat mich schon immer besonders interessiert...“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden