Beim Verpacken unter Silofolie hat der Borkenkäfer keine Chance
BEZIRK ROHRBACH/KLEINZELL. Ein Pilotprojekt hat gezeigt, dass man dem Borkenkäfer mit herkömmlicher Silofolie zu Leibe rücken kann.

Drei kleine Ganter mit insgesamt 20 Festmeter frisch gefälltem Holz wurden im Sommer am Betrieb von Michael Hackl in Apfelsbach luftdicht in 200 Mikrometer starker Silofolie eingeschweißt. Mit diesem vom Bundesforschungszentrum für Wald wissenschaftlich begleiteten und durch Leader finanziell unterstützten Versuch wollte man schauen, ob der Borkenkäfer abstirbt und Holz somit ohne Wertverlust über einen längeren Zeitraum gelagert werden kann. Das Ergebnis: „Es hat funktioniert“, freut sich Christian Lamberg, Forstberater an der Bezirksbauernkammer Rohrbach. „Innerhalb von zwei, drei Tagen sterben die Käfer wegen des Sauerstoffentzugs ab. Man kann also Käferholz ohne Giftstoffe einschweißen, den Käfer abtöten und die Verblauung eindämmen“, fasst Lamberg zusammen.
Größere Ganter sind möglich
Er ist überzeugt, dass diese einfache Möglichkeit der Lagerung von Sägerundholz große Resonanz bei den Waldbauern findet. Auch größere Mengen sollen möglich sein, denkt der Forstberater an Lager für 30 bzw. 60 Festmeter Holz. Das heurige Frühjahr hat gezeigt, wie notwendig eine längerfristige Lagermöglichkeit ist. „Momentan sind die Waldlager leer und es ist nicht so viel Holz am Markt, aber es braucht etwa nur ein Corona-Fall in einem Sägewerk auftreten, dann kann sich die Situation schnell ändern“, sagt Christian Lamberg.
Entspannung am Holzmarkt
Am Holzmarkt zeigt sich nach dem historischen Tiefpunkt leichte Entspannung. Die häufigen Niederschläge im Sommer sorgten für eine verzögerte Borkenkäferentwicklung, große Schadholzmengen sind ausgeblieben, meldet die OÖ Landwirtschaftskammer. Trotzdem ist die Borkenkäfergefahr nicht gebannt.


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