Leben im Pandemie-London: „Am Anfang war es für mich fast surreal“

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Petra Hanner Petra Hanner, Tips Redaktion, 03.03.2021 11:16 Uhr

HELFENBERG/LONDON. Großbritannien war und ist von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen. Die gebürtige Helfenbergerin Andrea Kitzberger-Smith (39) lebt seit mehr als zehn Jahren in der Hauptstadt London und hat mit Tips über ihr Leben in der Weltmetropole in dieser herausfordernden Zeit gesprochen.

Seit einem Jahr ist auch für die Wahl-Londonerin Andrea Kitzberger-Smith alles anders als zuvor. Das fängt schon damit an, dass für sie Home-Office zum Alltag geworden ist: „Ich war eigentlich schon seit vergangenen März nicht mehr im Büro“, erzählt sie. Sie arbeitet für die lokale Bezirksverwaltungsbehörde. Ihr Mann Dean ist als Sonderschullehrer tätig und weil diese auch in den Lockdowns weiterhin geöffnet sind, ist sie viel mit ihrem dreijährigen Sohn Leo alleine. Der Spagat zwischen Arbeit, Kind und Haushalt ist herausfordernd. Im ersten Lockdown waren auch die Kindergärten geschlossen und Online-Konferenzen mit einem Dreijährigen in der Nähe sind alles andere als prickelnd. „Jetzt besucht Leo aber an den Tagen, an denen ich arbeite, den Kindergarten wieder, das erleichtert die Situation etwas“, sagt sie.

Mitten im harten Lockdown

London steckt wegen der britischen-Virus-Mutation derzeit in einem enorm strengen Lockdown. Das wirkt sich sehr stark auf den Alltag aus. Treffen mit Personen außerhalb des eigenen Haushaltes sind auch draußen nur für Sport erlaubt, ausgenommen sind alleine lebende Personen, die sich mit einer anderen Person treffen dürfen. „Ich weiß von Leuten, die sich beim Rausgehen extra Laufschuhe anziehen und so die Corona-Regeln umgehen wollen. Außerdem dürfen wir uns wirklich nur im kleinsten Umkreis bewegen, nicht so wie in Österreich, wo man eigentlich überallhin fahren darf. Im Norden Englands wurden sogar zwei ältere Damen bestraft, die sich draußen im Freien nur ein paar Kilometer weit von zuhause getroffen haben.“

Auch Gasthäuser sind geschlossen und sogar fürs Essen zum Mitnehmen herrschen strenge Regeln. Öffentliche Toiletten sind ebenfalls zu, was in einer Stadt manchmal zur Herausforderung werden kann.

Jetzt wird geimpft

Nachdem Großbritannien vergangenes Jahr eher wegen der hohen Infektionszahlen und der vielen Corona-Toten in den Schlagzeilen war, wird jetzt vielmehr über die rasch fortschreitende Impfkampagne berichtet. Andrea Kitzberger-Smith: „Am Anfang hat unsere Regierung es mit Corona gründlich vermasselt. In dieser Phase, in der es so viele Infizierte gab, war es für mich fast surreal, weil man nur zuhause saß und von all den schlimmen Dingen um einen herum und in den Krankenhäusern nur hörte. In meinem Umfeld gab es Gott sei Dank keine Todesfälle. Krank waren aber dann sehr viele, auch unsere ganze Familie. Wir hatten aber einen milden Verlauf. Jetzt ist man hier besonders vorsichtig und setzt nicht auf die Testungen, wie in Österreich, sondern massiv auf Impfungen.“

Großbritannien steigt aus

Etwa 20 der insgesamt rund 67 Millionen Briten haben bis dato bereits zumindest die erste Impfdosis erhalten. Deshalb hat Premierminister Boris Johnson erst vor wenigen Tagen einen Fahrplan präsentiert, mit dem das Land ab März schrittweise bis zum Sommer aus allen Maßnahmen aussteigen will. Bis dahin sollen auch alle Erwachsenen ein Impf-Angebot erhalten haben.

Den nächsten Besuch daheim in Helfenberg wird Andrea Kitzberger-Smith wohl trotzdem noch für längere Zeit aufschieben müssen. Bis dahin bleibt sie mit Hilfe der modernen Technik in Kontakt mit ihrer Familie.

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