Wolf-Leserbriefe: Rohrbachs Bezirksjägermeister meldet sich zu Wort
BEZIRK ROHRBACH. Der Leserbrief von Birgit Oberreiter zum Thema Wolf vom 5. Jänner hat nun auch Bezirksjägermeister Martin Eisschiel veranlasst, seine Meinung kundzutun.

Geschätzte Leserinnen und Leser!
Normalerweise kommentiere ich Lesermeinungen grundsätzlich nicht, da jeder Mensch einen anderen Zugang zu den Themen hat. Beim Leserbrief von Frau Oberreiter mache ich eine Ausnahme weil er sich nur aus Unwahrheiten und fachlicher Unkenntnis zusammensetzt.
Das Thema „Wolf“ wurde im Zeitungsartikel ausführlich und fachlich richtig dargestellt und bedarf keiner Ergänzung. Ich könnte nun Fakten und Gründe bringen, warum die Land- und Forstwirtschaft einen sehr großen und wichtigen Beitrag für unsere Natur und für die Gesellschaft leistet. Da dies aber den Rahmen sprengen würde, stelle ich als Bezirksjägermeister die Anschuldigungen und Behauptungen bezüglich der Jägerschaft richtig.
Wir leben seit Jahrhunderten in einer Kulturlandschaft und nicht in einer unberührten Naturlandschaft, in der sich die Natur alles selber regelt. In einer solchen reich zersiedelten und bewirtschafteten Kulturlandschaft ist es die Aufgabe der Jäger und Jägerinnen, das nötige Gleichgewicht herzustellen und für einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu sorgen. Es wird auch in Zusammenarbeit mit den Grundbesitzern an vielfältigen Lebensraumverbesserungen für alle Tierarten gearbeitet. Natürlich gehört auch die Entnahme, das heißt das Erlegen von Wild, zu den Aufgaben der Jägerschaft. Das hiermit gewonnene Wildbret ist ein sehr beliebtes, überaus schmackhaftes und sehr gesundes Nahrungsmittel. Das meiste Wissen über Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten der Wildtiere stammt von Beobachtungen und Erfahrungen, die Jäger über Jahre gesammelt haben. Von Unwissenheit der Jägerschaft kann absolut keine Rede sein.
Schon an diesen Aufgaben, die natürlich beliebig fortgesetzt werden könnten, sieht man, dass die Jagd eine sehr verantwortungsvolle und absolut notwendige Aufgabe darstellt und die Jäger sehr wohl gebraucht werden (derzeit 950 im Bezirk und etwa 22.000 in OÖ).
Zum Schluss hätte ich noch Wünsche an die Verfasserin des Leserbriefes, Frau Oberreiter: Wenn sie sich schon die Mühe machen und ihre Meinung in einem Medium kundtun, machen sie das auf jedem Fall faktenbasiert, fachlich korrekt, nicht beleidigend und nicht in einer emotionalen Ausnahmesituation, respektieren Sie die sehr gute und wichtige Arbeit der Menschen mit und in der Natur und erweitern Sie Ihr Wissen bezüglich der Arbeit und Leistungen der Jägerschaft (Tipp: Homepage des OÖ Landesjagdverbandes).
Schönen Tag, freundliche Grüße und Waidmannsheil!
von Martin Eisschiel, Bezirksjägermeister


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