Drei Regionen im Bezirk Rohrbach setzen Pilotprojekt um
BEZIRK ROHRBACH. Um ältere Menschen zu Hause besser unterstützen zu können, werden künftig im Bezirk sogenannte „Community Nurses“ (übersetzt soviel wie „Gemeinde-Pflegekraft“) eingesetzt. Die Pilotprojekte wurden vor wenigen Tagen genehmigt.

Community Nurses übernehmen weniger aktive pflegerische Tätigkeiten, sondern werden zur Beratung und Vernetzung von älteren Menschen ab 75 Jahren mit Gesundheitsangeboten in der Region eingesetzt. Sie vermitteln medizinische oder präventive Angebote, geben Tipps zum Thema Gesundheit und halten Sprechstunden ab.
Aus dem Bezirk Rohrbach wurden drei Regionen für das Pilotprojekt ausgewählt. Oberösterreichweit sind es 31 Projekte mit 44 Community Nurses, die für das vorerst bis Ende 2024 befristete Vorhaben eine 100-prozentige Förderzusage aus EU-Mitteln erhalten haben.
Vier Gemeinden gründeten Arbeitsgemeinschaft
Für die „Arbeitsgemeinschaft Gesundheit Steinerne Mühl“ der Gemeinden Haslach, Lichtenau, St. Oswald und St. Stefan-Afiesl laufen die Fäden bei Haslachs Bürgermeister Dominik Reisinger zusammen, der sich sehr über den Zuschlag freut. „Es wird für uns genauso Neuland sein, wie für alle anderen in Österreich. Mit unserem Gesundheitszentrum und dem Proges-Büro haben wir aber viel Erfahrung, was gesundheitliche Pilotprojekte betrifft. Dieses Dreieck bildet die ideale Plattform für die Pflege der Zukunft. Wir wollen auch gleich mit dem Community Nursing starten. Die Stelle wurde bereits ausgeschrieben und nun hoffen wir, dass wir sie rasch besetzen können.“
Gesucht wird eine diplomierte Pflegekraft (ein Vollzeit-Äquivalent), welche der Einfachheit halber buchhalterisch über das Gesundheitszentrum angestellt sein wird. „Echter“ Arbeitgeber sind allerdings die Gemeinden, die auch ein Büro zur Verfügung stellen werden. Fördergelder in Höhe von 272.000 Euro wurden der Vier-Gemeinden-Arge dafür zugesichert.
Zwei SHV-Projekte
Auch der Sozialhilfeverband (SHV) des Bezirkes hat sich mit zwei Projekten für den Fördercall beworben. In der Region Rohrbach-Süd mit den Gemeinden St. Martin und Niederwaldkirchen sowie in Rohrbach-West mit den Gemeinden Oberkappel, Neustift und Pfarrkirchen wird ebenfalls je eine Community-Nurse (Vollzeit-Äquivalent) implementiert. Arbeitgeber wird in diesem Fall der SHV sein. „In beiden Regionen sind noch diverse Abstimmungen notwendig, wir arbeiten aber auch hier bereits an den Ausschreibungen“, heißt es aus dem SHV.
Entlastung für Pflegende
„Das Pilotprojekt der Community Nurses ermöglicht eine erste Versorgung und Beratung direkt vor Ort und trägt zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bei“, begrüßt Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer die Förderzusagen durch den Bund. Österreichweit wurden 123 Projekte genehmigt, ein Viertel davon in Oberösterreich.


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