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BEZIRK ROHRBACH/OÖ. Die hohen Kosten fürs Wohnen treiben immer mehr Menschen in die Armut und in die Caritas-Sozialberatungsstelle in Rohrbach: Bei mehr als der Hälfte der Beratungen geht es um Probleme mit Wohn- und Energiekosten.

Veronika Rechberger von der Caritas-Sozialberatungsstelle Rohrbach (Foto: Caritas)
Veronika Rechberger von der Caritas-Sozialberatungsstelle Rohrbach (Foto: Caritas)

126 Erwachsene und 80 mitbetroffene Kinder hat die Caritas im Vorjahr im Bezirk Rohrbach unterstützt. So wie Margot P. (Name geändert), die sich im Herbst von ihrem Lebensgefährten getrennt hat und mit den drei kleinen Kindern in der Wohnung blieb. Als einziges Einkommen blieb die Familienbeihilfe. Damit konnte sie die hohen Miet- und Energiekosten nicht stemmen. An Arbeit war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls nicht zu denken, weil sie keinen Kinderbetreuungsplatz hatte.

Mit Unterstützung der Mitarbeiterin der Caritas-Sozialberatung suchte die Mutter um Sozial- und Wohnbeihilfe an. Außerdem leitete sie die Feststellung des Unterhalts für die Kinder in die Wege. „Weil die Bearbeitung dieser Anträge mehrere Monate dauern kann, haben wir Frau P. finanziell unterstützt“, erklärt die Sozialberaterin. Mittlerweile sind die Anträge bearbeitet und Margot kommt über die Runden.

Kaum mehr finanzielle Spielräume

„Es sind nicht nur die steigenden Miet-, Energie- und Lebensmittelkosten eine große Belastung. In manchen Branchen sind nun auch vormals sicher geglaubte Jobs gar nicht mehr so sicher und Menschen daher damit konfrontiert, um Sozialleistungen und Hilfen ansuchen zu müssen. In der Beratung erkennen wir sehr deutlich, dass durch Teuerung und Jobverlust für viele Menschen alles drastisch knapper wird und die Spielräume - etwa für dringende Sonderausgaben - kaum mehr gegeben sind. Wir haben heuer schon mehr Gutscheine für Lebensmittel ausgegeben als im Vorjahr“, erklärt Veronika Rechberger von der Caritas-Sozialberatung Rohrbach.

Die Menschen, die in die Caritas-Sozialberatung kommen, müssen im Schnitt über 40 Prozent ihres Einkommens alleine für Miete, Strom und Heizung ausgeben. Österreichweit liegt der Durchschnitt der Haushaltsbelastung für Wohnen und Energie bei 21 Prozent laut Statistik Austria. Die Mietpreise sind in den letzten zehn Jahren in OÖ im Schnitt um 35 Prozent gestiegen. Das trifft gerade armutsgefährdete Menschen hart, weil sie überdurchschnittlich oft zur Miete wohnen.

Haussammlung startet

Helfen kann die Caritas nur dank der Spenden, die großteils bei der Haussammlung eingenommen werden. Ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarren gehen dabei von Tür zu Tür oder hinterlassen einen Haussammlungs-Erlagschein im Postkasten. Dieses Geld kommt ausschließlich der Hilfe für Menschen in Oberösterreich zugute und ermöglicht der Caritas schnelles Handeln: mit Lebensmittelgutscheinen, Zuschüssen für Strom und Heizung, beratenden Gesprächen, Lernunterstützung für sozial benachteiligte Schulkinder sowie mit Obdach, warmem Essen, Medikamenten und Kleidung für diejenigen, die auf der Straße leben.

Online-Spendenmöglichkeit unter www.caritas-ooe.at

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