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Weniger Betriebe, aber Rohrbachs Milchwirtschaft bleibt stark

Martina Gahleitner, 10.02.2025 18:12

BEZIRK ROHRBACH. Seit dem EU-Beitritt vor 30 Jahren hat sich die Zahl der bäuerlichen Betriebe im Bezirk Rohrbach beinahe halbiert. Die Betriebsgröße hingegen ist deutlich gestiegen.

55 Rinder stehen im Durchschnitt in den heimischen Ställen. (Foto: Franco Nadalin - stock.adobe.com)

Im Bezirk Rohrbach werden immer Familienbetriebe dominieren, sind Bezirksbauernobmann Martin Mairhofer und Bezirksbäuerin Michaela Märzinger überzeugt. Die Struktur in der Landwirtschaft hat sich allerdings in den vergangenen 30 Jahren deutlich gewandelt: 1.662 landwirtschaftliche Betriebe – das sind immerhin 48 Prozent – haben in dieser Zeit aufgehört. Die verbliebenen Bauernhöfe haben sich vergrößert: Die bewirtschaftete Nutzfläche stieg von 12 Hektar pro Betrieb im Jahr 1995 auf mittlerweile 21 Hektar.

Durch Verbauung und Aufforstungen ist die landwirtschaftliche Nutzfläche insgesamt auf etwas mehr als 38.000 Hektar zurückgegangen. Nur einen geringen Anteil daran trägt der Naturschutz, informiert Mairhofer: „Wir haben zwei riesige Europaschutzgebiete, die hauptsächlich Waldgebiete sind. Diese werden heuer bzw. im nächsten Jahr evaluiert und neu überarbeitet. Wir Landwirte stellen uns sicher nicht gegen Klimaschutz und Naturschutz – ganz im Gegenteil. Aber Renaturierung muss sinnvoll, machbar und gewollt sein. Wir sprechen uns für praxistaugliche Lösungen aus“, betont der BBK-Obmann.

Das zeigt sich auch bei der Akzeptanz des ÖPUL-Programms für Umweltleistungen: 83 Prozent der Betriebe haben im Vorjahr an einer oder mehreren Maßnahmen teilgenommen. Fast ein Drittel der Betriebe (558 Höfe) werden ohnehin biologisch geführt. Nur im Bezirk Freistadt ist im OÖ-Vergleich dieser Anteil noch höher.

Spitzenreiter bei der Milchliefermenge

Mit insgesamt 65.000 Tieren bleibt der Bezirk Rohrbach sehr rinderlastig. Im Durchschnitt stehen 55 Rinder pro Betrieb im Stall. Die Milchliefermenge steigt kontinuierlich an und beträgt mittlerweile mehr als 175 Millionen Kilogramm im Jahr. „Die Milchlieferung des Bezirkes Rohrbach macht fünf Prozent der Gesamt-Liefermenge in Österreich aus. Wir haben starke Milchwirtschaftsbetriebe, die daraus auch Einkommen erwirtschaften können. Und so muss es auch sein“, bekräftigt Martin Mairhofer.

Spitzenreiter ist Rohrbach auch bei den Melkrobotern, von denen derzeit 155 in den heimischen Ställen eingesetzt werden.

Weniger Landwirte, mehr Beratungsstunden

Unterstützung bekommen die heimischen Landwirte von den Beratungskräften der Bezirksbauernkammer. Ganze 13.427 Leistungsstunden haben diese im Vorjahr erbracht, der Großteil entfiel auf Beratung und Förderung. „Unsere Berater haben alle landwirtschaftlichen Hintergrund und wissen, wovon sie reden. Das ist auch wichtig, denn in der Landwirtschaft ist alles sehr komplex und die Förderschiene nicht immer einfach“, sagt Mairhofer. Er spricht auch die überbordende Bürokratie an, die für Unzufriedenheit sorgt. „Wir brauchen sicher keine zusätzlichen Auflagen und damit noch mehr Aufwand.“


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