FF Schlägl wird neuer Stützpunkt für Bekämpfung von Vegetationsbränden
BEZIRK ROHRBACH. Trockene Sommer und die steigende Gefahr von Vegetationsbränden stellen die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Im Bezirk Rohrbach, genauer gesagt bei der FF Schlägl, wird nun ein Stützpunktfahrzeug des OÖ Landes-Feuerwehrverbandes stationiert, das speziell für die Bekämpfung von Wald- und Flurbränden ausgerüstet ist.

„Der Beschluss dafür ist vor etwa drei Jahren gefallen, weil man erkannt hat, dass die Trockenheit zunimmt und sich damit auch die Anforderungen an die Feuerwehren verändern“, erklärt Bezirks-Feuerwehrkommandant Thomas Stockinger im Tips-Gespräch.
In Oberösterreich wurden insgesamt vier Löschzüge zur Vegetationsbrandbekämpfung eingerichtet – Zusammenschlüsse mehrerer Feuerwehren, die auf diese besondere Einsatzart spezialisiert sind.
Löschzug bereits im Dienst
Im Bezirk Rohrbach gehören acht Feuerwehren diesem Löschzug an. „Die Mannschaften sind seit etwa einem halben Jahr als Zug organisiert und im Dienst. Was bisher noch gefehlt hat, war das passende Fahrzeug“, sagt Stockinger.
Am 21. August wird der neue Einsatzwagen nach einer dreitägigen Einschulung bei der Firma Rosenbauer von den Feuerwehrkameraden übernommen und nach Schlägl überstellt.
Fahrzeug mit vielen Extras
Bei dem neuen Fahrzeug handelt es sich um einen Tatra – eine Marke, die erstmals bei einer Feuerwehr im Bezirk Rohrbach eingesetzt wird. Besonders zeichnet sich das Fahrzeug durch seine Geländegängigkeit aus. „Gerade bei Waldbränden ist es entscheidend, dass man auch in schwierigem Gelände arbeiten kann. Dieses Fahrzeug ist dafür gebaut“, betont Stockinger.
Mit einem Wassertank von 3.500 Litern verfügt der Tatra über deutlich mehr Kapazität als herkömmliche Tanklöschfahrzeuge. 300 Liter des mitgeführten Wassers sind für den Eigenschutz des Fahrzeugs reserviert. Damit kann es sich während der Fahrt durch brennende Vegetation selbst besprühen.
Gut geschützt im Einsatz
Ein vorne montierter Wasserwerfer ermöglicht zudem die Brandbekämpfung während der Fahrt. Zur Ausstattung gehören außerdem Löschrucksäcke, hitzebeständige Schläuche, Feuerpatschen sowie Handwerkzeuge wie Hauen und Rechen. Auch die Feuerwehrmitglieder selbst erhalten eine spezielle Ausrüstung mit besonders widerstandsfähigen Helmen und Schuhen.
Zusätzlich zum Tanklöschfahrzeug wird auch ein Quad-ähnliches Arbeitsfahrzeug – ein sogenanntes All Terrain Vehicle (ATV) – die Ausrüstung des Waldbrand-Löschzugs ergänzen. Es wird in Niederwaldkirchen stationiert sein und bietet im Einsatzfall mehr Flexibilität und Wendigkeit, etwa bei der Lageerkundung.
50 Spezialisten im Bezirk
Die Bekämpfung von Vegetationsbränden unterscheidet sich deutlich von klassischen Brandeinsätzen, etwa bei einem Wohnhausbrand. „Die Vorgehensweise ist eine völlig andere, deshalb braucht es auch spezielle Schulungen. Und es ist auch eine unglaublich anstrengende Arbeit“, weiß der Bezirkskommandant.
In jeder der acht Feuerwehren des Löschzugs werden etwa fünf bis sechs Kameraden speziell ausgebildet. Damit stehen im Bezirk Rohrbach rund 50 geschulte Feuerwehrleute für diese Aufgabe bereit. Die Ausbildung wird vom Bezirksbeauftragten für Vegetationsbrandbekämpfung, Thomas Lindorfer von der Feuerwehr Ulrichsberg, koordiniert. Als Förster im Stift Schlägl bringt er zusätzlich umfangreiches Wissen über Wälder und deren Besonderheiten mit.
Was die Ausstattung mit Werkzeugen zur Vegetationsbrandbekämpfung betrifft, wird momentan im ganzen Bezirk aufgerüstet. Denn auch abseits des speziellen Löschzugs haben es die Feuerwehren regional immer öfter mit kleineren Flur- und Waldbränden zu tun. „Wir werden demnächst eine Sammelbestellung durchführen, um künftig noch besser gerüstet zu sein“, kündigt Stockinger an.
Das neue Fahrzeug ersetzt bei der Feuerwehr Schlägl den bisherigen Tankwagen, der 2028 aus dem Dienst scheiden soll. Gleichzeitig bleibt es natürlich auch für klassische Brandeinsätze einsetzbar. Wichtig ist aber: Der Vegetationsbrandbekämpfungszug ist nicht ausschließlich für den Bezirk Rohrbach vorgesehen. „Ganz egal, wo gerade Unterstützung gebraucht wird – dieser Zug wird dorthin alarmiert“, erklärt Stockinger.
Großübung in Schöneben
Wie wichtig die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Waldbränden ist, zeigt eine große Übung am 16. Oktober in Schöneben. Von 13 bis 18 Uhr werden rund 15 Feuerwehren beteiligt sein – darunter die acht Feuerwehren des Rohrbacher Waldbrand-Löschzuges sowie Einsatzkräfte aus Tschechien, darunter drei Berufsfeuerwehren. Auch Polizei und Rettung nehmen teil.
Die Übung ist Teil eines Interreg-Projektes zur grenzüberschreitenden Alarmierung. Interessierte Zuschauer sind willkommen.








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