Das Moldauherz ist wieder aufgetaucht
BÖHMERWALD. Der heurigen Trockenheit ist es geschuldet, dass das Moldauherz wieder zum Vorschein kam.

Die Moldau in Tschechien schlängelte sich einst in vielen Windungen frei durch das Tal – eine davon hatte die Form eines Herzens. Für den Bau des Lipno-Stausees wurde das Tal überflutet und das Moldauherz verschwand unter dem Wasser. Doch nun ist es wieder aufgetaucht: Wegen des niedrigen Wasserstands im Moldausee ist die herzförmige Flussschleife wieder sichtbar, wie Tips-Leser Rudolf Gabriel aus Lichtenau entdeckt hat: „Vom Aussichtsturm in Oberplan sind schon Flusswindungen der alten Moldau im See zu erkennen.“
Sagenumwobenes Moldauherz
Zum Moldauherz gibt es auch eine Sage, die Fritz Winkler niedergeschrieben hat:
Die Moldau floss einst langsam von Oberplan talaus. Weil sie aus den Bergen Eisen mitführte, waren ihre Fluten dunkel. Ohne Eile grub sie sich ihr Bett talaus in vielen Windungen. Eine davon nannten die Waldbewohner „Moldauherz“. Es hieß aber, die Moldau werde nicht auf ewige Zeiten das Tag begleiten. So wird eines Tages der Böse das Tal verriegeln. Einmal versuchte er es schon, aber ein Hahn, der den Morgen ankündete, setzte dem Teufelswerk ein Ende. Doch wird er eine Mauer errichten, die niemand mehr zerbricht. Sie wird den Menschen zum Segen oder zum Fluch. So die Sage.
Nun hat der Lipno See das Moldauherz verschlungen. In einer nahezu zehn Jahre währenden Arbeit – von 1950 bis 1958 – wurde der Moldau ein Bett gebaut, aus dem sie mit ihrem gestauten Wasser in dem bis zu hundert Meter tiefer im Berg liegenden Kraftwerk Strom erzeugt.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden