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Im Mühlviertel liegen etliche Gemeinden entlang der Staatsgrenze. Einst besuchten Kinder aus den österreichischen Gemeinden böhmische Nachbarschulen.

Ein Wandgemälde in der Volksschule zeigt den hl. Franziskus von Assisi, der sich gern mit seinen gefiederten Freunden unterhalten haben soll.

Nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 und des von überwiegend deutschen Bewohnern bevölkerten Sudetenlands, bestand hier keine Staatsgrenze mehr und es fehlte auch die Zollwache. Die staatliche Verwaltung schenkte der Gemeinde Schönegg das auf tschechischem Staatsgebiet liegende ehemalige Zollhaus zur Gründung einer Volksschule. Nach der Wiedererrichtung der Staatsgrenze bei Kriegsende musste die junge Schule aus dem Zollhaus weichen. Die Landesregierung errichtete für die damaligen 50 Kinder eine Baracke. Diese entsprach wegen der Beheizungsschwierigkeiten im Winter von Anfang an nicht einem Schulbetrieb. Im Jahr 1960 stand an Stelle der Baracke ein schnell errichteter Massivbau mit zwei Klassen und einer gleich großen Pausen- und Veranstaltungshalle dort. Nun war die Zufriedenheit groß.

Als Geschenk bot die Schulbehörde der Gemeinde an, auf Kosten der Landesregierung ein Wandgemälde zu finanzieren. Die Wandmalerei sollte den hl. Franziskus darstellen, wie er sich mit seinen gefiederten Freunden unterhält. Die Gemeindevertreter meinten, man sollte aber auch eine Erinnerung an den Eisernen Vorhang einbeziehen. Dies kam dann in Form von Bilddarstellungen der Scheinwerferstrahlen zum Ausdruck, die einst Nacht für Nacht den Grenzhimmel erhellten.

Zu klein für den Schulbetrieb

Seit 1989 besteht kein Eiserner Vorhang mehr. Aber auch in Österreich änderte sich viel, wie zum Beispiel die sinkenden Geburtenzahlen. Dies führte zur Auflösung der kleinen Dorfschulen, weil die Schülerzahl zu gering für den Schulbetrieb wurde. Im Jahr 1973 „starb“ die einklassige Schule Sonnenwald, darauf folgten Hinteranger, Kriegwald und Götzendorf und Schönegg. Kinder gehen auch nicht mehr zu Fuß zur Volksschule, sondern werden von Schülerbussen gefahrlos transportiert. Der hl. Franziskus freut sich seither mit den Eltern, dass die Kinder einen gefahrlosen Schulweg haben.

Verfasser: Fritz Winkler


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