OEPPING. Neun Monate nach seinem schweren Unfall von Sedlcany in Tschechien ist der Rekordmeister zurück auf der Rennstrecke. In Melk gibt der Mühlviertler sein Comeback im Rallycross-Auto und hat kurz vor seinem 69. Geburtstag abermals Großes vor.

„Natürlich steigt man mit einem mulmigen Gefühl wieder ins Auto ein, aber nach drei, vier Runden war es alles wieder gut“, beschreibt Alois Höller die erste Ausfahrt nach dem Crash in seinem Rennauto.
Ende März war Höller für einige Testrunden nach Melk ausgerückt, bis auf ein Problem mit dem Turbolader verlief dieser positiv. „Leider hat es uns am Nachmittag den Turbo zerrissen, somit mussten wir den Test beenden, bis zum ersten Rennen am 18. und 19. April können wir das aber sicher wieder reparieren“, erzählt der Götzendorfer von einem turbulenten Testauftakt.
Reha in Kitz
Der Winter war noch von Entbehrungen geprägt. Höller musste nach seiner Rückenwirbelverletzung kürzertreten und war zu Jahresbeginn auf Reha in Kitzbühel. „Mir geht es Gott sei Dank wieder recht gut. Die Reha hat sich bezahlt gemacht und Schmerzen habe ich so gut wie keine mehr, ein bisschen werde ich noch brauchen, um den Unfall auch aus dem Kopf zu bekommen“, zeigt sich Höller ehrlich.
Das Podium als Ziel beim Comeback
Am Wachauring in Melk findet der erste Lauf der österreichischen Staatsmeisterschaft statt. Mit der FIA Zentraleuropa-Meisterschaft ist zudem ein internationales Championat am Start, entsprechend schnell sind Höllers Gegner.
„Es sind gleich drei WM-Autos mit dabei, da können wir mit unserem selbstaufgebauten Motor natürlich nicht mehr mit. Wenn alles passt, sollte ein Stockerl möglich sein“, hofft der Rekordmeister.
Verbesserungen am Auto
Mit ein paar Verbesserungen geht Höllers Ford Fiesta dennoch in die neue Saison. „Wir haben den Motor noch einmal besser verdichtet, das sollte ein paar PS mehr bringen, ansonsten habe ich in die Sicherheit investiert und einen neuen Sitz sowie ein HANS-System (head and neck support, Anmerkung) angeschafft“, wird Höller konkret.
In der Woche nach dem Rennen feiert Höller zudem seinen 69. Geburtstag und möchte sich so mit einem guten Ergebnis selbst beschenken.
Über Alois Höller
„Loisl“ Höller (68) ist das Aushängeschild der österreichischen Rallycross-Szene. Mit bisher 45 nationalen und international gewonnenen Titeln ist der aus dem oberösterreichischen Götzendorf stammende Rennfahrer, der mit Abstand erfolgreichste Pilot dieses Sports. Seine Beliebtheit verdankt er neben den zahlreichen Siegen auch seinem spektakulären Fahrstil, der weder sich noch Gegner verschont.
Über Rallycross
Im Unterschied zum Rallyesport ist man beim Rallycross Auto gegen Auto und mit einem Teil seiner Gegner gleichzeitig auf derselben Bahn unterwegs – Kontakt ist dabei nicht unüblich. Die Strecken sind kurz, übersichtlich und daher besonders publikumsfreundlich. Nur die bestplatzierten Fahrer schaffen es in die Finalläufe, dort kommt es zum Showdown um den Tagessieg. Die einzelnen Rennen dauern selten länger als fünf Minuten, Aufwärmrunde gibt es keine – wenn die grünen Lichter angehen, geht’s los!


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