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Jubel bei der SPÖ: „Das ist eine Riesen-Sensation, was da passiert ist“

Petra Hanner, 27.09.2021 18:45

BEZIRK ROHRBACH. Enorme Veränderungen im Bezirk Rohrbach sind bei den Landtags- und Gemeinderatswahlen nicht zu verbuchen, Rohrbach bleibt weiterhin der „schwärzeste Bezirk“ im Land. Einzelne Gemeinden haben jedoch für Überraschungen gesorgt.

 (Foto: privat)
(Foto: privat)

Am größten dürfte der Jubel am Sonntag bei der Bezirks-SP gewesen sein. Sie freut sich nicht nur über einen Zugewinn von acht Mandaten in den Gemeinderäten, sondern stellt in Kollerschlag einen neuen Bürgermeister, schickt eine Kandidatin in St. Johann in die Stichwahl (mehr zu den Bürgermeisterwahlen auf S. 18) und hat in Julbach die absolute Mehrheit geholt. Überglücklich über die Ergebnisse ist Bezirksparteiobmann Dominik Reisinger: „Das ist eine Riesen-Sensation was da passiert ist. Unser Kandidat hat in Kollerschlag immerhin den Bezirksparteiobmann ausgehebelt und ich bin mir sicher, wir werden auch in St. Johann in 14 Tagen die erste Bürgermeisterin stellen. Wir haben auf allen Ebenen alles erreicht, was wir uns nur wünschen konnten und auf Bezirksebene auch noch leicht zugelegt. In mehreren Gemeinden sehe ich nun auch großes Potenzial für die nächte Wahl.“ Ob sich für Reisinger persönlich auch wieder ein Bundesrats-Mandat ausgeht, wird sich erst weisen.

Durchwachsenes Ergebnis für die ÖVP

Von den 633 zu besetzenden Mandaten in den Gemeinderäten des Bezirks holte die ÖVP 408 – um fünf weniger als noch vor sechs Jahren. Die absolute Mehrheit hat sie in drei Gemeinden verloren: In Aigen-Schlägl und St. Johann, wo es auch zu Stichwahlen zwischen den Bürgermeister-Kandidaten kommen wird, sowie in St. Oswald. Dennoch ist ÖVP-Bezirksparteiobmann Georg Ecker grundsätzlich zufrieden: „Wir sind bei den Gemeinderatswahlen eigentlich stark ausgestiegen, aber so viele zweite Wahlen hätten wir nicht erwartet. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir diese Bürgermeister-Sitze wieder für die ÖVP holen werden.“ Wie es für den Landtagsabgeordneten persönlich – nach dem Verlust des Bürgermeisteramtes in Kollerschlag – auf Landesebene weitergehen wird, lässt er derzeit noch offen. Fix dürfte hingegen sein, dass Gertraud Scheilberger wieder als Abgeordnete in den OÖ Landtag einzieht.

Verluste für FPÖ

Die höchsten Mandatsverluste auf Bezirksebene musste die FPÖ hinnehmen. Sie besetzt nun 60 statt 76 Sessel in den Gemeinderäten, was Bezirksparteichefin Ulrike Wall jedoch auch auf die verkleinerten Gemeinderäte in fünf Gemeinden zurückführt. In Niederwaldkirchen und St. Ulrich ist die FPÖ mit jeweils zwei Mandaten neu in den Gemeinderat eingezogen. Wall ist jedenfalls zufrieden: „Wir haben wieder das beste Bezirksergebnis im Wahlkreis Mühlviertel. Das zeigt, dass es sich lohnt, wenn man sich engagiert.“ Im OÖ Landtag dürfte sich ein Sitz für die junge Freiheitliche Stefanie Hofmann aus Klaffer ausgehen. „Das wäre eine schöne Sache für den Bezirk Rohrbach und vielleicht schaffen wir sogar einen blauen Bürgermeister“, spricht Wall die Stichwahl in Aigen-Schlägl an.

Mehr Grün im Bezirk

Ihre Mandate verdoppelt haben die Grünen im Bezirk – nämlich von acht auf sechzehn. Grüne Überraschungsgemeinde ist auf jeden Fall Neufelden, wo die neu gegründete Ortsgruppe auf Anhieb knapp 30 Prozent und damit vier der 13 Sessel in der Gemeinderatswahl holte. In St. Martin ist man mit zwei Mandaten neu in den Gemeinderat gekommen.Für Bezirksobfrau Ulrike Schwarz ist das Ergebnis eine schöne Bestätigung, dass „die Zielsetzung der Grünen bei der Bevölkerung gut ankommt.“ Sie ist auch im Landtag wieder fix vertreten und will sich hier weiterhin für ihre Themen Gesundheit, Pflege und Soziales einsetzen.

Kleine ganz groß

Sehr erfolgreich verlief die Gemeinderatswahl für die MFG, die in Lembach und St. Martin angetreten ist. In St. Martin ziehen drei Vertreter in den Gemeinderat ein, in Lembach zwei.Ihre Position festigen konnte die Andere Liste Ulrichsberg, die bereits seit 1991 im Gemeinderat sitzt. Auch heuer holte sie drei Mandate – ebenso die Hörbicher Bürgerliste. Diese hat von rund 26 auf über 34 Prozent zulegen können.

Hohe WahlbeteiligungMit 96,53 Prozent kann die Gemeinde Nebelberg die landesweit zweithöchste Wahlbeteiligung vorweisen, St. Oswald mit 94,58 Prozent die dritthöchste.

Meiste VP-WählerDie siebt-, acht- und neunthöchste Zustimmungsrate im Lande hat die ÖVP bei der Landtagswahl in Oberkappel (57,56 Prozent), Pfarrkirchen (56,33 Prozent) und Schwarzenberg (55,92). In Schwarzenberg trat die ÖVP als einzige Partei zur Gemeinderatswahl an und erhielt 100 Prozent.

Blaue Hochburg28,57 Prozent der Klaffegger machten bei der Landtagswahl ein Kreuz bei der FPÖ – der höchste Wert im Bezirk Rohrbach. Die anteilsmäßig meisten Blau-Wähler bei den Gemeinderatswahlen gab es bezirksweit in St. Stefan-Afiesl (27,38 Prozent).

SP-DominanzJulbach ist mit 24,81 Prozent der Stimmen bei der Landtagswahl die SP-Hochburg im Bezirk. Die wenigste Zustimmung gab es in Auberg, wo nur 4,52 Prozent der Wähler ihr Kreuzerl bei der SPÖ machten. Bei den Gemeinderatswahlen erreichten die „Roten“ in Haslach bezirksweit die meisten Stimmen (55,72 Prozent).

Grüne ÜberraschungRegen Zuspruch ernteten die Grünen bei der Landtagswahl aus Neufelden mit 18,26 Prozent Stimmenanteil – das ist landesweit Rang 10 unter den Gemeinden. Besonders stark war die erst vor wenigen Monaten gegründete Ortsgruppe auch bei der Gemeinderatswahl mit 28,97 Prozent und dem landesweit viertbesten Ergebnis.


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