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BEZIRK ROHRBACH. Zuerst Pandemie, dann Ukraine-Krieg und nun noch eine Wirtschaftskrise mit hoher Inflation und steigenden Zinsen: Was jeder im Börserl spürt, ist für manchen nicht mehr bewältigbar. Die Zahl der Insolvenzen steigt, jedoch in einem moderaten Ausmaß.

Wenn die Taschen leer sind, ist Insolvenz manchmal der einzige Ausweg. (Foto: eranicle – stock.adobe.com)

Der Gläubigerschutzverband Creditreform zieht Halbjahresbilanz: Die Zahl der Privatinsolvenzen blieb in den ersten sechs Monaten im Bezirk Rohrbach mit neun stabil zum Vergleichszeitraum 2022, wo acht Personen Insolvenz anmeldeten. Oberösterreichweit stieg die Anzahl von 682 im Jahr 2022 auf 751, was einem Plus von zehn Prozent entspricht.

Wie Gerhard Weinhofer, Geschäftsführer von Creditreform, informiert, hat sich der Trend stark steigender Privatinsolvenzen – im Vorjahr war noch ein Anstieg von österreichweit 19 Prozent zu verzeichnen – stark abgeschwächt. Der Fachkräftemangel und der stabile Arbeitsmarkt verhindern die größte Insolvenzursache: den Verlust des Jobs und die dadurch bedingte Zahlungsunfähigkeit. Die Inflation trifft viele, wird aber auch breitflächig durch Gehaltserhöhungen, Teuerungsausgleich, Energiekostenzuschuss, Schulstartgeld und weitere Maßnahmen abgefedert. Zudem beginnen immer mehr Menschen zu sparen, beim Stromverbrauch, im Gasthaus oder zum Leidwesen des Handels bei allgemeinen Konsumausgaben.

Sieben Firmen betroffen

Betrachtet man die Unternehmensinsolvenzen genauer, so ergibt sich für den Bezirk Rohrbach ein Anstieg von zwei im ersten Halbjahr 2022 auf sieben Insolvenzen in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres.

In ganz Oberösterreich stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im selben Zeitraum um fünf Prozent auf 275.

„Das neue Normal für Unternehmen ist die laufende, nie enden wollende Bewältigung neuer, vielschichtiger Krisen und Herausforderungen. Dafür braucht es ein professionelles Risikomanagement und eine sorgfältige Liquiditätsplanung“, fasst Weinhofer die aktuelle Lage zusammen.


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