Care-Rundgang macht die vielen Facetten der Sorgearbeit sichtbar
ROHRBACH-BERG. Weil Care-Arbeit – also jede Arbeit, bei der Menschen für andere sorgen – zwar allgegenwärtig, aber viel zu oft unsichtbar ist, soll diese bei einem Rundgang durch das Stadtgebiet aufgezeigt werden.

Sechs Plätze, die mit Sorgearbeit in Zusammenhang stehen, werden bei dem rund zweistündigen Spaziergang, anvisiert. „Hier werden verschiedene Facetten der Care-Arbeit thematisiert. Gleichzeitig stellen wir Überlegungen zu einer notwendigen Kursänderung an“, informiert Betriebsseelsorgerin Judith Wein. Mit der Aktion, die vom Treffpunkt mensch&arbeit und der KFB Rohrbach und OÖ organisiert wird, soll aufgezeigt werden, dass Care-Arbeit meist weiblich und oft unbezahlt ist. „Sorgearbeit meint nicht nur die körpernahe Pflegearbeit, sondern schließt Kochen, Putzen, Wäsche waschen, Einkaufen, Reparaturen und alle Aufgaben, die rundherum anfallen mit ein. Da geht’s um Geburtstagsgeschenke besorgen, Arzttermine ausmachen, die eigenen Eltern begleiten und versorgen. Besonders Frauen kennen auch die gedanklichen Listen, also die Belastung, die durch das Organisieren von Alltagsaufgaben entsteht“, zeigt die Betriebsseelsorgerin auf.
Care-Arbeit und Wirtschaft
Thematisiert wird außerdem, dass Care-Arbeit auch mit Wirtschaft zu tun hat: „Personen, die unbezahlte Care-Arbeit leisten, schaffen so vielfach die Voraussetzungen dafür, dass Lohnarbeit, also Erwerbsarbeit möglich ist.“ Die Veranstalter wollen deshalb das Ungleichgewicht sichtbar machen, „Care-Arbeit soll nicht als selbstverständlich gesehen werden“, betont Wein. Gleichzeitig will man sich solidarisch zeigen mit den Arbeitnehmern in Berufen der bezahlten Carearbeit und deren mangelnden Rahmenbedingungen.
Geplante Stationen
Spuren der Sorgearbeit sind im Stadtgebiet vielfach sichtbar. Stationen des Care-Rundgangs sind der Poeschlpark (Naturraum), der Kindergarten (Kinderbildung und -betreuung/Schule), das Klinikum Rohrbach (Gesundheitswesen und Betreuung im Alter), der Stadtplatz (Arbeit und Geld), der Pfarrplatz (Gemeinschaft erleben) und der Treffpunkt mensch & arbeit, wo der Ausklang stattfindet.


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