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KOLLERSCHLAG. Nicht Arbeitsplätze in die Region zu bringen wird in zehn Jahren die große Herausforderung für die heimische Wirtschaft sein, sondern die dafür nötigen Arbeitskräfte. Wie das gelingen kann, damit beschäftigte sich die Veranstaltung „OÖ Dialog – Tourismus. Wirtschaft“ am Loxone Campus in Kollerschlag.

Die Gastgeber und Dialogpartner (v.l.) Werner Pamminger (Business Upper Austria), Martin Öller (Loxone), Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner, Trend- und Zukunftsforscherin Christiane Varga, Thomas Moser (Loxone) und Andreas Winkelhofer (OÖ Tourismus) (Foto: Foto Stoebich e.U.)

Die Trend- und Zukunftsforscherin Christiane Varga ist überzeugt: „Die Region muss jetzt schon vom Zuschauer zum Akteur werden, um eine gute Zukunft zu gestalten.“ Ein essenzieller Teil des Puzzles, um den Bezirk attraktiv für die Mitarbeiter der Zukunft zu machen, ist das Thema Wohnen. Alternative Wohnformen sind, zusätzlich zu den klassischen, nötig: „Die Sehnsucht nach Privatraum ist ungebrochen, trotzdem können beispielsweise Flächen mit anderen Parteien geteilt werden, etwa ein Werkraum, ein Schwimmbad, eine Sauna oder vielleicht auch ein Fitnessraum“, erklärt Varga.

Hinsichtlich der Werte der jungen Erwachsenen scheint es jedoch eine starke Rückbesinnung zu geben: Eine Umfrage zeigte jüngst, dass sich junge Leute am stärksten nach einer eigenen Familie und nach einem Eigenheim sehnen. Ergänzt müsse das Ganze mit „intelligenter Infrastruktur“ werden, sagt die Forscherin. Gemeint sind damit etwa Coworking Spaces, denn „das Homeoffice ist nicht für jeden optimal, oft sind die Störfaktoren zuhause zu groß“.

Linear war gestern

Generell brauche es in der Arbeitswelt eine Anpassung an die jeweiligen Lebenswelten der Menschen. Waren früher Arbeit und Privates strikt getrennt, so vermischen sich Wohnen, Leben und Arbeiten künftig noch stärker. Das Leben verläuft heute immer seltener in den klassischen drei linearen Phasen – der Kindheit und Jugend, der langen Zeit der Erwerbstätigkeit und einer kurzen Pension –, sondern in kürzeren Abschnitten, die in einem vergleichsweise langen Ruhestand gipfeln. Diesen Lebensphasen muss sich künftig die Region, in der man lebt und arbeitet, flexibel anpassen. Entsprechende Bildungs-, Konsum- und Freizeitangebote müssen vorhanden sein.

Sehnsucht nach Vernetzung

Eine weitere Sehnsucht, die in Zeiten von Globalisierung und Individualisierung in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde, ist jene nach Vernetzung und Nähe. Deshalb breche jetzt die Zeit der Regionen an. Auch im Digitalen spiegle sich das mit diversen regionalen Plattformen wider, so die Trendforscherin.

Zusammenarbeit nötig

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die im November präsentierte Plattform „myviertel“. Sie soll neue Arbeitskräfte in den Bezirk locken. Auf ihr präsentieren sich aktuelle Jobs und Unternehmen genauso wie Gemeinden, die ihre freien Wohnräume und Grundstücke vorstellen. „In zehn Jahren werden im Bezirk etwa 4.000 Arbeitskräfte fehlen. Deshalb ist jetzt ein Schulterschluss zwischen Politik, Gemeinden und Unternehmen nötig sein“, sagt Johannes Artmayr, Geschäftsführer von Strasser Steine in St. Martin, der die Plattform mit initiiert hat.

Und Christiane Varga gibt zu bedenken: „Zusammenarbeit ist das Gebot der Stunde, aber es braucht vor allem eins: Hoffnung. Sie ist die beste Freundin der Zukunft.“


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