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Umweltverträglichkeitsprüfung gibt grünes Licht für Mühlviertler Starkstromleitung, Gegner wollen Einspruch erheben

Petra Hanner, 12.03.2026 14:30

MÜHLVIERTEL. Die rund 21 Monate dauernde Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zur 110-kV-Starkstromleitung von Rohrbach-Berg (Bezirk Rohrbach) bis Waldburg (Bezirk Freistadt) ist positiv ausgefallen. Das berichten die OÖNachrichten. Damit gibt es grundsätzlich grünes Licht seitens der Behörde für die Umsetzung des Projektes.

Die Freileitungs-Variante wurde als umweltverträglich eingestuft. (Foto: T^^F - stock.adobe.com)
Die Freileitungs-Variante wurde als umweltverträglich eingestuft. (Foto: T^^F - stock.adobe.com)

Im Bezirk Rohrbach sind Flächen in den Gemeinden Rohrbach-Berg, Arnreit, Auberg, St. Peter, St. Johann und Helfenberg betroffen, im Bezirk Urfahr-Umgebung verläuft die Trasse durch Oberneukirchen, Vorderweißenbach, Bad Leonfelden und Schenkenfelden und im Bezirk Freistadt sind Grundstücke in Hirschbach und Waldburg betroffen. Bei Rainbach wird die Leitung in das bestehende Netz eingebunden.

Insgesamt sind auf dieser 40 Kilometer langen Strecke 170 Strommasten und ein Umspannwerk im Gemeindegebiet von Bad Leonfelden geplant.

Umweltauflagen und Beschwerdemöglichkeit

Mit seiner Unterschrift unter den UVP-Genehmigungsbescheid hat Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder die Entscheidung des Landes abgesegnet. Zahlreiche Umweltauflagen nehmen Rücksicht auf Flora und Fauna entlang der Trasse.Wie die OÖNachrichten schreiben, beginnt zwei Wochen nach der öffentlichen Kundmachung eine vierwöchige Frist, in der Beschwerden beim Bundesverwaltungsgericht erhoben werden können. 

Erdkabel-Befürworter kündigen Einspruch an

Der Plan, die Stromleitung solle nicht unter die Erde verlegt, sondern als Freileitung umgesetzt werden, sorgte von Anbeginn an für Kritik. Die Interessensgemeinschaft Landschaftsschutz Mühlviertel setzt sich seit 2019 für ein Erdkabel ein. IG-Sprecher Rudolf Niederwimmer kündigt einen fristgerechten Einspruch beim Bundesverwaltungsgericht in Wien an. Die Umweltauflagen, die aus der UVP hervorgegangen sind, gehen für die IG Landschaftsschutz Mühlviertel nicht weit genug. „70 Hektar Wald, vernichtet durch 40 Meter breite Schneisen. Großvögel und unter Naturschutz stehende Vögel sowie den 'Nord-Süd-Vogelzugkorridor' in Schenkenfelden weitestgehend unberücksichtigt. Ebenso unter Naturschutz stehende Pflanzen und Sträucher. Keine ordnungsgemäße Kumulierungsprüfung mit der Gas-Trasse. Und und und. Kommt das alles im Bescheid nicht vor? Die Natur und die menschlichen Lebensgrundlagen sind hier im Mühlviertel offenbar nicht so wichtig. Was nützt uns das beste Klima, wenn die Natur und die menschlichen Lebensgrundlagen dafür massiv in Mitleidenschaft gezogen werden?“ fragt sich die IG in einer schriftlichen Stellungnahme zum UVP-Bescheid.

Politische Unterstützung

Noch habe der Bescheid keine Rechtsgültigkeit, so die Freileitungs-Gegner, und können auf Rückenwind der Neos OÖ zählen. Diese sehen im positiven UVP-Bescheid für die Freileitung ein politisch falsches Signal.

„Niemand bestreitet, dass das Mühlviertel eine starke und verlässliche Strominfrastruktur braucht. Aber wer im Jahr 2026 noch immer auf eine kilometerlange Freileitung mit rund 170 Masten setzt, entscheidet sich bewusst gegen die modernere und für die Region verträglichere Lösung in Form der Infrastruktur-Bündelung mit der entstehenden Gasleitung“, sagt Neos-Energiesprecherin Karin Doppelbauer.

Besonders kritisiert sie, dass im UVP-Verfahren nur das beantragte Freileitungsprojekt beurteilt wurde, „...obwohl mit der gemeinsamen Verlegung eines Erdkabels mit der ohnehin entstehenden Gasleitung seit Jahren eine nachvollziehbare und technisch machbare Alternative am Tisch liegt.“ Sie kündigt an, die IG Landschaftsschutz Mühlviertel bei ihren nächsten Schritten zu unterstützen. 

Quelle: https://www.nachrichten.at/wirtschaft/40-kilometer-lange-stromleitung-im-muehlviertel-genehmigt;art15,4148211


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