Forschungsprojekt will mehr Vielfalt ins Grünland bringen
SARLEINSBACH. Neue Wege, um artenreiche Bestände im Grünland langfristig zu erhalten und zugleich eine wirtschaftliche Betriebsführung zu ermöglichen, will ein Interreg-Projekt aufzeigen. Der Loisnhof in Sarleinsbach ist einer von vier Partnerbetrieben im Bezirk Rohrbach und in Niederbayern, auf denen geforscht wird.

Schon zum Start des auf drei Jahre angelegte Projektes im Frühjahr 2024 hat das Grünlandmonitoring allen vier Pilotbetrieben eine gute Artenvielfalt bestätigt. Am Loisnhof wurden seither Altgrasstreifen angelegt; mit spät gemähten kleinen Inseln wurden Habitate für Insekten geschaffen; Leguminosen auf intensiv bewirtschafteten Flächen eingesät, um eiweißreicheres Futter zu erhalten; und die Düngung optimiert. All das seien Optimierungsmaßnahmen, die sich in der Praxis gut umsetzen lassen, berichtet Heumilchbauer und Projektpartner Christian Stöbich. Er ist dankbar, dass das Grünland nicht vergessen wird, „das ist die Grundlage für unsere Arbeit und unseren Hof“, betont der Landwirt, der sich auf dem Loisnhof gemeinsam mit seiner Frau Sandra auf das traditionelle Käsehandwerk spezialisiert hat.
Engerlinge als Herausforderung
Stöbich und die weiteren Projektbetriebe von Felix Hartl in Altenfelden sowie Georg Angerer (Jandelsbrunn) und Fabian Ellerbeck (Hunding) werden von einem länderübergreifenden Forschungsteam aus der Bioschule Schlägl und bayerischen Partnern (LfL und Bayerische Staatsgüter) begleitet. Gemeinsam untersucht das Team, wie sich die Förderung der Biodiversität mit einer wirtschaftlichen Arbeitsweise vereinbaren lässt und wie man resistentes und resilientes Grünland schafft, sondern vor allem, wie sich Engerlinge wirksam reduzieren lassen. Die Larven von Maikäfer und Junikäfer schädigen die Grasnarbe massiv, reduzieren die Erträge und gefährden die Futterversorgung der Betriebe. In trockenen Jahren können betroffene Flächen großflächig ausfallen. Anita Hackl, Projektleiterin aus der Bioschule Schlägl, verfasst darüber hinaus zu den Engerlingen auch ihre Masterarbeit, die im Oktober fertig wird. Darin vergleicht sie die gängigsten Mittel und Methoden gegen die Larven und gibt Handlungsempfehlungen für betroffene Landwirte.
Vielfalt stärkt den ländlichen Raum
Rund 43 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Oberösterreich sind Grünland, in Bayern ist es etwa ein Drittel. Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger ist überzeugt: „Eine artenreiche Wiese stärkt die Bodenfruchtbarkeit, erhöht die Resilienz gegenüber Klimaveränderungen und sichert langfristig Erträge. Wer Vielfalt stärkt, stärkt die Widerstandskraft unserer Landwirtschaft.“ Biodiversität ist für sie kein Luxus, sondern eine „Zukunftsstrategie für den ländlichen Raum.“ Auch die bayerischen Partner sehen das Projekt und die Forschung zum Grünland positiv. Denn „Grünland erfüllt wichtige Funktionen im Bereich der Ernährungssicherung über den Wiederkäuer, beim Schutz der Umwelt und beim Erhalt der Biodiversität für Flora und Fauna“, betont Anton Dippold, Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter.


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