„Wahlärzte und Zusatzversicherung dürfen nicht zur Normalität werden“
BEZIRK ROHRBACH. Ob für Zahnfüllungen, Impfungen, Physiotherapie oder andere Leistungen: 69 Prozent der Mühlviertler haben im vergangenen Jahr entweder für Kassenleistungen zugezahlt oder eine private Kranken-Zusatzversicherung abgeschlossen. Für die SPÖ ein „alarmierendes Zeichen.“

Laut einer IFES-Studie geben ein Drittel der Mühlviertler mit schlechtem Gesundheitszustand jährlich ein Monatsgehalt für Zusatzzahlungen aus; bei jenen mit gutem Gesundheitszustand sind es 17 Prozent. 72 Prozent der Befragten geben an, unter einer hohen oder sehr hohen finanziellen Belastung durch private Gesundheitsausgaben zu leiden. „Das ist der höchste Wert im gesamten Bundesland und liegt deutlich über dem OÖ-Schnitt“, betont SPÖ-Klubvorsitzende LAbg. Sabine Engleitner-Neu. Sie zitiert weiter aus der Studie, dass 85 Prozent der Mühlviertler der Aussage zustimmen, dass Privat- oder Zusatzversicherte schneller einen Termin bei Fachärzten oder für Operationen bekommen.
Für Bundesrat Bgm. Dominik Reisinger sind die Wartezeiten auf Operationen ein Gradmesser der Entwicklung – und diese hätten sich massiv verschlechtert: Auf ein neues Knie wartete man im Jahr 2022 maximal 44 Wochen, Ende 2025 waren es 87 Wochen. „Zahlt man sich die Operation selbst, so bekommt man innerhalb weniger Wochen einen Termin“, weiß Reisinger und fügt an: „Gesundheit darf keine Frage der Geldtasche sein. Und Wahlärzte und Zusatzversicherungen dürfen nicht zur Normalität werden.“
Zu wenig Kassenärzte
Mehr Kassenärzte sind daher eine der Kernforderungen der SPÖ. Im Bezirk Rohrbach fehlen vor allem Fachärzte für Frauenheilkunde – es gibt nur einen Kassen-Gynäkologen im Bezirk – und für Kinderheilkunde. Positiv ist hingegen die Situation bei den Allgemeinmedizinern. Reisinger bricht zudem eine Lanze für Primärversorgungseinheiten, die den Beruf für junge Mediziner attraktiver machen.








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