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SARLEINSBACH. Die Beratungsstelle Mikado des Arcus Sozialnetzwerks macht auf die Chancen und Risiken der veränderten medialen Lebenswelten aufmerksam und lässt dabei mit Gerhard Hintenberger einen Profi zu Wort kommen.

Computerspiele sind aus der Freizeitwelt der Kinder nicht mehr wegzudenken. Foto: Tinxi/Shutterstock.com

Gerhard Hintenberger ist Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychotherapeut mit eigener Praxis in Krems. Er spricht am 22. Mai in Sarleinsbach über die digitalen Medien, die aus der Freizeitwelt von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken sind. Zu den Sorgen bei Eltern und Lehrern, die digitalen Medien negative Einflüsse auf Kinder und Jugendliche zuschreiben, meint Hintenberger: „Medien sind nicht von vorneherein gut oder schlecht. Sie erzeugen erst in Kombination mit bestimmten Risikofaktoren negative Wirkungen und benötigen bestimmte Rahmungen, um positive Wirkungen entfalten zu können.“

3-C-Risiken und Chancen

Er spricht von den 3-C-Risiken und Chancen. Der Buchstabe C steht hier für Content: Nutzer können mit gewalttätigen oder pornografischen Inhalten oder Falschmeldungen konfrontiert werden; andererseits gibt das Internet Einblicke in faszinierende Wissens- und Erlebniswelten; für Contact: das virtuelle Netz bietet eine Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten, man kann aber auch auf „extreme Communities“ treffen; und für Conduct, also die Möglichkeit, selbst aktiv zu handeln und eigene Beiträge in Form von Blogs, Musik oder Videos zur Verfügung zu stellen. „Was allerdings einmal im Netz ist, verschwindet so schnell nicht mehr. Das hat vor allem für Opfer von Cybermobbing oft gravierende und nachhaltig schädigende Auswirkungen“, zeigt der Psychotherapeut auf. Er weist auch auf Computerspiele hin, die „als inadäquate Stressbewältigung genutzt werden und zu einem Teufelskreislauf führen, der in einem exzessives Medienverhalten endet.“

Kinder nicht alleine in der digitalen Welt lassen

Insgesamt geht es um einen ausgewogenen Blick auf diese neuen Welten. „Weder eine komplette Verteufelung, noch eine kritiklose Verherrlichung scheinen in diesem Zusammenhang sinnvoll. Notwendig ist eine aktive Auseinandersetzung mit den Chancen und Gefahren dieser Medien“, betont Gerhard Hintenberger. Er rät vor allem, Kinder und Jugendliche in diesen neuen Welten nicht allein zu lassen. „Um die Chancen digitaler Medien nutzen zu können, ist auch ein ausreichendes Maß an Medienkompetenz notwendig. Wir brauchen also die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend effektiv einzusetzen.“

Der Vortrag von Gerhard Hintenberger auf Einladung der Beratungsstelle Mikado findet am Mittwoch, 22. Mai, 19 Uhr, im Gemeindesaal Sarleinsbach statt. Eintritt frei.


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