Lebenshilfe Grein: Ausstellung in der Sturmmühle
SAXEN/GREIN. Die Lebenshilfe Grein stellt zum 35. Geburtstag eine Auswahl sehenswerter Exponate ihrer Künstler in der Sturmmühle Saxen aus. Bereits bei der Vernissage wurde das begehrte „Verkauft“-Pickerl auf viele Objekte geklebt.

Am Donnerstag, den 2. Juni fand in der Sturmmühle Saxen eine Ausstellungseröffnung mit besonders sehenswerten Werken besonderer Künstler statt. Die Gruppenausstellung wurde von Anna Maria Brandstätter aus St. Nikola künstlerisch begleitet und kuratiert. Brandstätter hat eine gute Auswahl getroffen: Die ausgestellten Zeichnungen und Malereien von Helmut Haider, Marianne Kloibhofer, Gernot Aschauer und Maria Jagsch sowie das Textilkunstwerk von Martina Berger fanden regen Zuspruch. Die Perger Kunsthistorikerin Eva Maria Manner, Expertin des Spezialgebietes „Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“ zeigte sich begeistert: „Wir sehen hier faszinierende, hochproduktive, beachtenswerte Künste.“
Auch die zahlreichen Besucher, unter ihnen Bezirkshauptmann Werner Kreisl, Nationalrat Nikolaus Prinz und Arbings Bürgermeister Josef Hiesböck waren von den Objekten äußerst angetan. Es dauerte nicht lange, bis sich manche von ihnen für das eine oder andere Werk entschieden hatten und die ersten „Verkauft“-Pickerl an den Bilderrahmen hefteten. Hubert Schlager aus Saxen kam seine Spontanität zugute: er konnte einigen Interessenten zuvor kommen und das in zwei Jahren entstandene und viel bestaunte Textilkunstwerk „Kreuzstichta“ von Martina Berger erstehen. Walter Edtbauer, Leiter der Lebenshilfe Grein: „Die Einnahmen aus den Verkäufen werden wieder für die Herstellung weiterer Objekte verwendet. Kunst finanziert Kunst – so ist das bei uns.“
Ausstellungsdauer: bis 26. Juli 2016, Mittwoch bis Sonntag 13 bis 18 Uhr.
Finissage: 27. Juli 2016, 19 Uhr, mit einer Buchpräsentation von Peter Gstöttmaier
INFO:
zur Ausstellung von Kunsthistorikerin Eva Maria Manner
Gernot Aschauer
zeichnet - den Farbstift fest in der Hand - sehr konzentriert an seinen Motiven wie Wald und Weihnachtsthemen, die auch in der Ausstellung vertreten sind. Besonders interessant ist, dass er auch Alltagssujets wie Lampen aufgreift, die er dann ins fast Abstrakte übersetzt und so eine ganz persönliche Formensprache entwickelt. Dass der Künstler an der oberösterreichweiten Projektreihe „art unlimited“ teilgenommen hat, ist als künstlerisches Gütesiegel und als Auszeichnung für sein Gesamtwerk zu werten.
In Sammlerkreisen bekannt ist die Arbeit von Helmut Haider.
Für die Gruppenausstellung hat der Künstler ein extrem querrechteckiges Gemälde großen Formats realisiert, das vor allem durch seinen Farbenreichtum besticht. Helmut Haider mischt seine Palette selbst und erreicht damit unglaublich vielfältige Farbnuancen. Zudem präsentiert die Ausstellung Malerein kleineren Formats, Zeichnungen und fabelhafte Holzschnitte.
Marianne Kloibhofer entpuppt sich als Newcomerin.
Erst seit zwei Jahren künstlerisch tätig, ist ihre Entwicklung vielversprechend. In der Gruppenschau zeigt sie ein großes Gemälde, welches ihrer Liebe zur Malerei Ausdruck verleiht. In kleineren Acrylbildern setzt sie kurze Pinselzüge, die gleichermaßen auf Vorder- und Hintergrund vorkommen und damit ein sehr individuelles Gesamtbild abgeben.
Seriell und ohne Vorlage arbeitet Roland Riegler (bei der Vernissage nicht anwesend).
Der Künstler greift Themen wie Menschen, Tiere und bevorzugt Blumen - die er sich gerne selbst kauft - auf, wobei er seine Signatur so prominent ins Bild setzt, dass diese als Teil seiner Zeichnungen zu verstehen ist. Überaus bemerkenswert sind seine kolorierten Katzenbilder. Roland Riegler hebt mittels starken Farbakzenten das Wesen der Tiere herovor und unterstreicht damit ihren Ausdruck.
Aufmerksamkeit erregt in der Ausstellung die Textilarbeit von Martina Berger.
In zweijähriger Arbeit entstand ein bunt gesticktes Bild, das ohne Vorzeichnung und Konzept entstanden ist. Die Künstlerin hat darin Geschichten verwoben. Einzelne Figuren, Blumen, Tiere etc. sind für den Betrachter erkennbar. Das ganze Bild wird sich einem vermutlich nie erschließen, weil es dermaßen gekonnt Irritationen und Vielschichtigkeiten beinhaltet. Trotzdem nimmt man die Arbeit als harmonisches Ganzes wahr, was letztendlich die Genialität des Kunstwerks und der Künstlerin ausmacht.
Die bereits pensionierte Maria Jagsch ist - wie Helmut Haider- kein unbeschriebenes Blatt in der Kunstszene.
In der Sturmmühle präsentiert sie Frauen-, Pärchen- und Mutter-Kind-Motive, die den ganzen Bildgrund vereinnahmen, wobei Blautöne eine zentrale Rolle spielen. Besonders spannend sind ihre Architekturen, die im Farbfluss der Landschaften mitschwimmen. Das Alterswerk der Künstlerin ist absolut sehenswert!


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